Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) kündigt eine Schwerpunktverlagerung an: Bei kommenden Programmen soll Linksextremismus zusammen mit Islamismus stärker in den Blick genommen werden. Medienberichte über einen weitreichenden Kurswechsel hat die Behörde jedoch relativiert und betont, dass weder die Arbeit gegen Rechtsextremismus geschmälert noch zentrale Projekte eingestellt würden.
Was genau ändert sich?
Im Rahmen des Planungsprozesses zum Jahresthema „50 Jahre Deutscher Herbst“ (2027) plant die bpb, verstärkt Angebote zum Linksextremismus zu veröffentlichen. Dabei solle das Thema nicht nur in seiner historischen Dimension behandelt werden, sondern auch in Bezug auf aktuelle Entwicklungen — mit Blick auf Wirkungsweisen, Rekrutierungsstrategien und Präventionsansätze.
Was bleibt erhalten?
Entgegen erster Berichte stellt die Behörde klar, dass der Bereich Rechtsextremismus weiterhin umfassend adressiert wird. Die bpb verweist auf laufende Förderaufrufe, etwa zu Erinnerungsarbeit und Bildungsprojekten rund um den NSU-Komplex. Zudem würden Projekte wie das erwähnte "Landshut"-Vorhaben und Studienreisen nach Israel nicht pauschal gestrichen; in Berlin sind die Angebote außerdem nicht betroffen.
„Die bpb wird nicht im Bereich des Rechtsextremismus kürzen, sondern weiterhin vielfältige Inhalte, Veranstaltungen und Projektförderungen zum Thema anbieten.“
Praktische Bedeutung für Schulen, Lehrkräfte und Eltern
- Lehrpläne und schulische Präventionsarbeit könnten künftig mehr aktuelle Beispiele und Materialien zu Linksextremismus und Islamismus erhalten.
- Förderprojekte und Fortbildungsangebote für Lehrkräfte bleiben in den Feldern Rechtsextremismus und Antisemitismus erhalten.
- Außerschulische Träger sollten Ausschreibungen und Themenkataloge der bpb weiter aufmerksam verfolgen, da neue Aufrufe geplant sind.
Übersicht: Felder der Extremismusarbeit bei der bpb
| Bereich | Aktuelle Aussage der bpb |
|---|---|
| Rechtsextremismus | Fortlaufende Angebote und Förderungen; keine Kürzung geplant |
| Linksextremismus | Mehr Publikationen und Veranstaltungen, historisch und gegenwartsbezogen |
| Islamismus | Stärkere Berücksichtigung innerhalb geplanter Programme |
| Antisemitismus / jüdisches Leben | Ausbau von Maßnahmen angekündigt |
Für Eltern und Lehrkräfte ist wichtig zu wissen: Die bpb bleibt zentrale Anlaufstelle für Materialien, Förderungen und Veranstaltungen zur politischen Bildung. Wer Fortbildungen sucht oder Projekte plant, sollte die Ausschreibungen und Website der Behörde im Blick behalten, da gezielte Förderaufrufe — etwa zur Erinnerungsarbeit im Kontext des NSU — weiterhin laufen.
In der Praxis bedeutet die Neuausrichtung nicht das Ende bestehender Angebote, sondern eine Ausweitung der Themenpalette. Das schafft Chancen für Schulen und Bildungsträger, aktuelle und historisch verankerte Formen von Extremismus vergleichender zu behandeln und Präventionsarbeit zu vertiefen.
Eltern, Lehrende und Bildungsorganisationen sollten konkret:
- regelmäßig die Veröffentlichungen und Förderaufrufe der bpb prüfen,
- Anfragen zu Fortbildungen frühzeitig stellen und
- bei Projektplanungen die erweiterte thematische Ausrichtung berücksichtigen.
Die bpb betont abschließend, sie behandle grundsätzlich alle Formen von Extremismus — Rechtsextremismus, Linksextremismus und Islamismus — und werde entsprechende Inhalte weiterhin fördern und bereitstellen.