Brandenburg bereitet sich auf ein schwieriges Schuljahr vor: Die Versorgung mit Lehrkräften ist nach Angaben der Landesregierung derzeit nicht flächendeckend gesichert. Als Reaktion hat die Koalition aus SPD und CDU Maßnahmen beschlossen, die sowohl finanzielle Anreize als auch personelle Veränderungen bringen sollen.
Was die Landesregierung konkret ändert
Die Landesregierung hat die Bezüge für verbeamtete Lehrkräfte angehoben. Damit verfolgt sie das Ziel, die Attraktivität des Lehrerberufs im Land zu steigern und Bewerbungen aus anderen Bundesländern zu fördern. Bildungsminister Gordon Hoffmann (CDU) äußerte die Erwartung, dass verbesserte Besoldung zu verstärkter Mobilität führen könnte.
„Ich habe die Hoffnung, dass sich mit der verbesserten Besoldung auch die Attraktivität des Lehrerberufes in Brandenburg steigern wird“
Personelle Zahlen und Folgen für den Unterricht
Um dem Mangel entgegenzuwirken, sieht die Koalition die Schaffung von 250 zusätzlichen Stellen vor. Hintergrund ist, dass die vorherige Regierung aus Spargründen bereits 345 Vollzeitstellen bei Lehrkräften abgebaut hatte. Diese früheren Einsparungen haben die Lage verschärft und führen nun zu Unterrichtsausfällen und zu teilweise zusammengelegten Klassen.
| Maßnahme | Zahl |
|---|---|
| Neu geschaffene Stellen | 250 |
| Wegfall durch frühere Kürzungen | 345 |
| Beamtenarbeitszeit (neu) | 41 Stunden/Woche |
Was Lehrkräfte erwartet
Die Besoldungsanpassung für verbeamtete Lehrkräfte geht mit einer Erhöhung der Wochenarbeitszeit von 40 auf 41 Stunden einher. Für angestellte Lehrkräfte ändert sich die Pflichtstundenzahl nicht; bereits seit dem zweiten Schulhalbjahr hatten viele Lehrpersonen aus Spargründen eine zusätzliche Unterrichtsstunde erhalten.
- Höhere Bezüge sollen Attraktivität erhöhen und Zuzug aus anderen Ländern anziehen.
- Die Schaffung von 250 Stellen soll kurzfristig helfen, die Unterrichtsversorgung zu verbessern.
- Die Erhöhung der Arbeitszeit betrifft neu verbeamtete Lehrkräfte, nicht zusätzlich die bereits angestellten Lehrenden.
Praktische Folgen für Eltern und Schulen
Für Eltern bedeutet die aktuelle Situation: Es kann weiterhin zu Stundenkürzungen, Stundenplanänderungen oder zu zusammengelegten Klassen kommen, bis die zusätzlichen Stellen besetzt sind und eine personelle Entspannung eintritt. Für Schulen heißt es, aktiv Bewerbungen und Mobilität zu fördern, Vertretungspläne effizient zu organisieren und gegebenenfalls Auslagerungen oder Alternativunterricht vorzubereiten.
Ob die Maßnahmen kurzfristig genügen, hängt wesentlich davon ab, wie schnell Bewerberinnen und Bewerber auf die veränderten Besoldungstabellen reagieren und wie zügig Einstellungen vorgenommen werden können. Die Landesregierung setzt auf Stärkung der Attraktivität durch mehr Geld, räumt zugleich aber ein, dass die Lage aktuell als akut eingeschätzt wird.