Neuausrichtung mit klarem Fokus auf Kernaufgaben
Die Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) will ihre inhaltliche Arbeit künftig eindeutiger an ihrem Kernauftrag ausrichten und priorisiert dafür bewährte Formate. Ziel sei es, die inhaltliche Arbeit insbesondere auf zentrale Zukunfts- und Stabilitätsfragen zu konzentrieren, erläuterte eine Sprecherin der Behörde gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Zu den genannten Schwerpunkten zählen staatliche Handlungsfähigkeit, innere und äußere Sicherheit, demokratische Resilienz, wirtschaftlich-soziale Grundlagen und gesellschaftlicher Zusammenhalt.
Was sich ändert — und was bleibt
Die BpB betont, dass die Kernbestandteile ihrer Arbeit erhalten bleiben: wissenschaftlich fundierte und kontroverse Wissensformate, Fach- und Dialogveranstaltungen, Präsenz in sozialen Medien sowie die Unterstützung von Trägern, die Bildungsarbeit vor Ort leisten. Gleichzeitig sollen Formate, die klar in den Kernauftrag passen, gegenüber anderen Angeboten Vorrang genießen.
"Künftig wird die Bundeszentrale für politische Bildung ihre inhaltliche Arbeit stärker entlang ihres Kernauftrags ausrichten"
Konkrete inhaltliche Schwerpunktverlagerungen
Nach Informationen des RND will die Bundeszentrale ihre Aufmerksamkeit unter anderem stärker auf die Themen Linksextremismus und Islamismus richten. Gleichzeitig werden einzelne Projekte eingestellt, darunter das Vorhaben, die entführte Maschine „Landshut“ museal aufzubereiten, sowie Studienreisen nach Israel.
- Erhalt von wissenschaftlichen und kontroversen Formaten
- Priorisierung von Angeboten, die in den Kernauftrag fallen
- Fokus auf sicherheits- und stabilitätsrelevante Themen
- Einstellung einzelner Großprojekte (u. a. Museum & Studienreisen)
Personalstand und institutioneller Kontext
Die Neuausrichtung erfolgt vor dem Hintergrund personeller Veränderungen: Der bisherige Präsident Sönke Rix trat nach eigenen Angaben aus "persönlichen Gründen" und im gegenseitigen Einvernehmen von seinem Amt zurück. Zuvor war der Posten nach dem Ruhestand von Thomas Krüger im September 2025 sechs Monate unbesetzt geblieben. Als Vizepräsident ist seit März Volker Ullrich benannt.
Auswirkungen für Schulen, Lehrende und Bildungsakteure
Für Lehrkräfte und außerschulische Bildungsanbieter bedeuten die Schwerpunktverschiebungen einerseits eine stärkere Ausrichtung staatlich geförderter Angebote auf Themen wie Sicherheit, Demokratiefestigkeit und sozialen Zusammenhalt. Andererseits können Träger, die bislang von der BpB unterstützte spezielle Projekte wie Studienreisen oder Großausstellungen planten, künftig mit weniger Förderung für solche Vorhaben rechnen. Die Zusage, die Unterstützung der Träger fortzuführen, bleibt bestehen, aber mit einer klareren Priorisierung.
| Beibehaltend | Eingestellt / reduziert |
|---|---|
| Wissenschaftlich fundierte Formate Fach- und Dialogveranstaltungen Social-Media-Arbeit Unterstützung von Trägern |
Projekt zur musealen Aufbereitung der "Landshut" Studienreisen nach Israel |
Für Bildungsakteure empfiehlt es sich, Förderanfragen und Projektpläne künftig auf die genannten Kernfelder auszurichten und bei Antragstellungen die Relevanz für demokratische Resilienz und Gesellschaftszusammenhalt besonders klar herauszuarbeiten. Schulen sollten prüfen, inwieweit weitergeplante Fahrten oder Ausstellungen alternative Fördergeber benötigen oder inhaltlich an den neuen Schwerpunkt angepasst werden können.
Die Neuausrichtung der BpB steht damit für eine Straffung der Inhalte und eine stärkere Priorisierung von Angeboten, die sich unmittelbar auf Stabilität, Sicherheit und demokratische Bildung beziehen. Konkrete Folgen für einzelne Programme werden sich in den nächsten Wochen und Monaten durch weitere Entscheidungen der Behörde und der zuständigen Ministerien zeigen.