Mehrweg statt Einweg: Praxistest mit wirkbaren Einsparungen
Der Biofachhändler Dennree hat im Rahmen eines Testlaufs wiederverwendbare Schutzhüllen des Herstellers Kupek eingesetzt. Nach Angaben des Anbieters, der das System unter dem Namen „Pacture“ vertreibt, konnten so im Testbetrieb bedeutende Einsparungen erzielt werden: rund 100 Tonnen Kunststoff pro Jahr, eine Reduktion der Arbeitszeit um 50 Prozent sowie eine Verminderung der Personalkosten um etwa 125.000 Euro.
Wie das System funktioniert
Die Hüllen bestehen aus recyceltem, gewebtem Polypropylen und sollen Stretchfolie beim Sichern von Waren auf Rollwagen ersetzen. Ein Set besteht aus zwei Teilen und ist in drei Größen verfügbar. Praktisch wird das System laut Anbieter so angewendet: Mitarbeiter stülpen die Hüllen über die Seitengitter der Rollwagen, klappen sie auf und verschließen sie an den Seiten mit Klettverschlüssen. Im Unterschied zur einmaligen Stretchfolien-Umwicklung lässt sich die Mehrweglösung öffnen und wiederverwenden, was die Entstehung von Einwegplastik reduziert.
Erprobung und Ergebnisse
Die patentierte Lösung wurde demnach über drei Jahre an 12.000 Einheiten bei Dennree getestet. Kupek betont, dass das System als Ersatz für Stretchfolie im Lebensmittel- und Nonfood-Bereich gedacht ist und neben ökologischen Vorteilen auch operative Erleichterungen und Kostenvorteile biete.
„Mit Pacture haben wir ein System entwickelt, das Stretchfolie beim Transport von Waren komplett ersetzt und dadurch mindestens drei Probleme auf einmal löst. Unsere Mehrweghüllen sind praktischer, günstiger und umweltfreundlicher als andere Systeme“, sagt Udo Kerbsties, Geschäftsführer der Kupek GmbH.
Potenziale und Grenzen
Die angegebenen Einsparwerte geben einen Eindruck des möglichen Beitrags von Mehrwegsystemen zur Reduktion von Verpackungsabfällen in der Logistik. Entscheidend für die Übertragbarkeit sind jedoch mehrere Faktoren: die Bereitschaft der Anwender, Prozesse anzupassen; Hygienestandards in der Lebensmittelbranche; die Lebensdauer der Hüllen; sowie Logistikprozesse beim Beladen und Entladen. Die Herstellerangaben belegen einen erfolgreichen Pilotversuch, die längerfristige Bilanz hängt von Nutzungszyklen und Reinigungs- oder Reparaturprozessen ab.
Was das für Handel und Umweltpolitik bedeutet
Für den Lebensmitteleinzelhandel bieten mehrwegbasierte Schutzhüllen eine Möglichkeit, die Abhängigkeit von Einwegkunststoff zu reduzieren und zugleich Betriebskosten zu senken. Auf politischer Ebene können solche Praxisbeispiele Entscheidungsgrundlage für Regularien und Förderprogramme sein, die ressourcenschonende Logistiklösungen unterstützen.
- 100 Tonnen Kunststoffersparnis pro Jahr (laut Herstellerangaben)
- 50 Prozent weniger Arbeitszeit beim Handling
- 125.000 Euro Einsparung bei Personalkosten
| Kennzahl | Angabe (Hersteller) |
|---|---|
| Testvolumen | 12.000 Einheiten |
| Plastikeinsparung | 100 t/Jahr |
| Arbeitszeitreduktion | 50 % |
| Personalkosteneinsparung | 125.000 € |
Die vorgestellten Zahlen stammen aus der Hersteller- und Referenzaussage zu einem Pilotprojekt bei Dennree. Eine unabhängige Bewertung über mehrere Standorte und längere Nutzungszeiträume wäre sinnvoll, um die ökologische und ökonomische Bilanz belastbar zu bestätigen.