Alte Rassen statt Maschinen: Wie Beweidung Artenvielfalt sichert
In Donnerskirchen engagiert sich ein regionaler Bio-Betrieb im Kampf gegen die Verbuschung und den Biodiversitätsverlust auf Magerwiesen. Die Familie Erharth bewirtschaftet rund 60 Hektar, davon etwa 25 Hektar Magerwiesen. Durch mobiles Weidemanagement werden auch verstreut liegende Flächen gepflegt, die ansonsten sukzessive zuwachsen würden.
Warum alte Nutztierrassen wichtig sind
Im Rahmen des österreichweiten Projekts „Gefährdete Nutztiere schützen bedrohte Wildtiere“ setzen die Erharths auf historische Rassen wie Zackelschafe, Pinzgauer Strahlenziegen und Mangalica-Schweine. Diese Tiere sind robuster gegenüber Hitze und Trockenheit als moderne Hochleistungsrassen und eignen sich besonders für extensive Beweidung auf ökologisch sensiblen Flächen.
„Wir sind mit dieser Landschaft aufgewachsen und möchten dazu beitragen, dass ihre Artenvielfalt erhalten bleibt. Mit unseren Zackelschafen und Pinzgauer Strahlenziegen bewahren wir nicht nur gefährdete Nutztierrassen, sondern pflegen auch wertvolle Lebensräume“, erklärte Simon Erharth.
Regionale Folgen der Landwirtschaftsentwicklung
Die Meldung verweist auf einen deutlichen Rückgang der Weidetierbestände im Burgenland in den letzten Jahrzehnten: Waren 1951 noch mehr als 115.000 Rinder registriert, betrug der Bestand 2024 lediglich knapp 19.000. Parallel sank die Zahl der Ziegen binnen Jahrzehnten um nahezu 87 Prozent. Diese Entwicklung hat zur Folge, dass traditionelle Beweidung zurückgeht und damit Lebensräume für zahlreiche Wiesenarten verloren gehen.
Praktisches Vorgehen auf dem Betrieb
Der Betrieb nutzt ein flexibles Beweidungssystem, das Herdenschutz, saisonale Verbringung und gezielte Beweidungszyklen kombiniert. Dadurch werden:
- auch kleinflächige und isolierte Magerwiesen gepflegt,
- Verbuschungsprozesse aufgehalten,
- und strukturreiche Lebensräume für Pflanzen und Insekten erhalten.
Was das für Menschen in der Region bedeutet
Für Bewohnerinnen und Bewohner im Bezirk Eisenstadt heißt das konkret: Erhaltene Magerwiesen stärken die lokale Artenvielfalt, fördern Blüten für Bestäuber und tragen zur Landschaftspflege bei. Darüber hinaus unterstützt die Zucht gefährdeter Nutztierrassen die kulturelle Landwirtschaftstradition und kann touristische sowie bildungsbezogene Angebote in der Region fördern.
| Jahr | Kategorie | Angabe |
|---|---|---|
| 1951 | Rinderbestand | >115.000 |
| 2024 | Rinderbestand | knapp 19.000 |
| 1951–2024 | Ziegenbestand | Rückgang um fast 87 % |
Die Initiative in Donnerskirchen ist ein Beispiel dafür, wie lokale Betriebe durch gezielte Anstrengungen einen Beitrag zum Landschaftsschutz leisten können. Ob ähnliche Projekte ausgeweitet werden, hängt von Förderungen, Kooperationen zwischen Landwirtschaft und Naturschutz sowie dem Engagement weiterer Höfe ab.