SPITTAL AN DER DRAU. Die lokale Bergwacht steht vor einer ernsten Herausforderung: Nachwuchs fehlt, obwohl der Dienst in der Region nach wie vor hohes Vertrauen genießt. Das zeigt das Statement des Spittaler Einsatzleiters Hannes Hössl, der auf eine rund vierzigjährige Tätigkeit als Kärntner Bergwächter zurückblickt.
Rolle der Bergwacht und Rückmeldungen aus der Bevölkerung
Hössl hebt hervor, dass sich die Bergwacht vor allem als Informant und Helfer der Bevölkerung versteht. Über Jahre habe es beinahe ausschließlich positive Rückmeldungen gegeben; die Aufklärungsarbeit in Fragen des Naturschutzes werde von vielen angenommen und wirke präventiv. Zugleich ist die Bergwacht befugt, bei Verstößen gegen Schutzbestimmungen auch Sanktionen zu verhängen.
„Die Leute sind dankbar für unsere Aufklärungsarbeit in Sachen Naturschutz und lernen daraus.“
Nachwuchsprobleme: Ursachen und Konsequenzen
Der Einsatzleiter nennt mögliche Gründe, warum es schwieriger geworden ist, junge Menschen für dieses Ehrenamt zu gewinnen. Er vermutet, dass der Begriff „Bergwacht“ oder die Verbindung zur Kontroll- und gegebenenfalls strafenden Seite der Tätigkeit abschreckend wirken könnte. Hössl betont die Bedeutung ehrenamtlicher Arbeit grundsätzlich: «Ob Frau oder Mann – jeder sollte ehrenamtlich tätig sein. Das ist zumindest mein Weg, der Gesellschaft etwas zurückzugeben.»
Für die Menschen im Bezirk bedeutet ein Nachwuchsmangel konkret:
- weniger Personal für Aufklärungs- und Präventionsarbeit in Schutzgebieten,
- erhöhte Belastung der verbliebenen Ehrenamtlichen,
- mögliche Verzögerungen bei Einsätzen oder Betreuung öffentlicher Kontrollaufgaben.
Fakten: Mitglieder, Strafen und Kontakt
Aktuell sind in Kärnten 340 Bergwächter aktiv. Die Bandbreite der möglichen Strafen bei Umweltvergehen reicht von vergleichsweise geringen Geldbußen bis zu hohen Beträgen. Konkrete Zahlen aus dem Einsatzgebiet:
| Art des Vergehens | Bußgeld (Beispiele) |
|---|---|
| kleinere Umweltvergehen | 35 Euro |
| Extrem- und Wiederholungsfälle | 7.260 Euro |
Wer sich für das Ehrenamt interessiert, kann sich direkt beim Spittaler Einsatzleiter melden: 0664 1492888.
Was bedeutet das für die Region?
Eine schwächere Personaldecke bei der Bergwacht wirkt sich auf bestehende Präventionsangebote und die Präsenz in Schutzgebieten aus. Für Besucherinnen und Besucher von Bergen und Naturräumen ist es wichtig zu wissen, dass die Bergwacht nicht nur in Notfällen hilft, sondern auch für Information und Einhaltung von Schutzregeln verantwortlich ist. Damit bleibt die Bereitschaft der Bevölkerung, Regeln zu akzeptieren und Meldungen ernst zu nehmen, zentral für den Wirkungsbereich der ehrenamtlichen Kräfte.
Die Aussage des Einsatzleiters macht deutlich, dass lokale Unterstützung — sei es durch aktive Mithilfe, Weiterempfehlung oder auch durch öffentliche Anerkennung des Ehrenamts — dazu beitragen kann, die Zukunft der Bergwacht in der Region zu sichern.
Kontaktinformationen und weitere Details wurden vom Einsatzleiter zur Verfügung gestellt; die Zahlen und Zitate beruhen auf dem veröffentlichten Statement.