Stabile Förderung, klare Schwerpunktsetzung
In Thüringen haben im vergangenen Jahr insgesamt 5.437 Frauen und Männer staatliche Unterstützung für berufliche Fortbildungen erhalten. Das teilt das Statistische Landesamt mit und dokumentiert damit praktisch keine Veränderung gegenüber dem Vorjahr: Es gab lediglich 22 geförderte Personen weniger, ein Rückgang von 0,4 %.
Wer nutzt das Angebot?
Der Großteil der Geförderten waren Frauen: 3.258 der Unterstützten entfielen auf weibliche Teilnehmende. Besonders stark nachgefragt wurde erneut die Fortbildung zur staatlich anerkannten Fachkraft im Bereich Kinderbetreuung. Gesamtzahl der in dieser Qualifikation Geförderten: 2.713, damit liegt diese Qualifikation auch im achten Jahr in Folge an der Spitze.
- Gesamtzahl Geförderter: 5.437
- Frauen: 3.258
- Erzieher-Ausbildung: 2.713
- Vollzeit/Teilzeit: Rund 75 % in Vollzeit, knapp 25 % in Teilzeit
Finanzierung: Zuschüsse dominieren
Insgesamt bewilligte der Freistaat Förderleistungen im Umfang von 36,1 Millionen Euro. Davon entfielen 32,3 Millionen Euro auf Zuschüsse und 3,7 Millionen Euro auf Darlehen, die typischerweise Lehrgangs- und Prüfungsgebühren abdecken sollen. Die Kreditoption wird nicht zwingend genutzt: Tatsächlich wurden nur Darlehen in Höhe von 2,3 Millionen Euro in Anspruch genommen.
| Position | Betrag / Zahl |
|---|---|
| Bewilligte Förderleistungen | 36,1 Mio. € |
| Davon Zuschüsse | 32,3 Mio. € |
| Davon Darlehen (bewilligt) | 3,7 Mio. € |
| Davon Darlehen (aufgenommen) | 2,3 Mio. € |
Altersstruktur und Bildungsform
Fast die Hälfte der Geförderten war jung: Rund 50 % befanden sich in der Altersgruppe von 20 bis unter 25 Jahren. Hinsichtlich der Form der Weiterbildung entschieden sich etwa drei Viertel für Vollzeitkurse; nur ein Viertel absolvierte die Maßnahme in Teilzeit. Diese Verteilung sagt etwas über die Zielgruppe und die Dringlichkeit der Qualifikation aus: Viele junge Menschen nutzen die Förderung für eine schnelle, berufsqualifizierende Ausbildung.
Was bedeutet das für Eltern, Schüler und Berufstätige?
Die Zahlen zeigen, dass das Aufstiegs-BAföG in Thüringen vor allem junge Menschen anspricht, die eine staatlich anerkannte Qualifikation, insbesondere im Erzieherbereich, anstreben. Für Eltern und Berufseinsteiger lohnt sich:
- Prüfen, ob eine Weiterbildung in Vollzeit möglich ist — viele finanzielle Unterstützungen sind hier offensichtlich auf Vollzeitteilnahme ausgerichtet.
- Informieren, welche Kosten als Lehrgangs- und Prüfungsgebühren gelten und wie hoch der Zuschussanteil gegenüber dem Darlehen ist.
- Frühzeitig die Antragsfristen und Voraussetzungen für das Aufstiegs-BAföG klären, insbesondere für junge Erwachsene bis Mitte zwanzig.
Die Zahlen belegen zudem, dass Investitionen in die Erzieher-Ausbildung weiterhin prioritär staatlich gefördert werden. Das hat Auswirkungen auf die Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte im frühkindlichen Bereich und zeigt gleichzeitig Wege auf, wie Bildungsaufstiege durch finanzielle Unterstützung konkret aussehen können.