125 Jahre — und eine wechselvolle Geschichte
Das Antoniuskolleg in Neunkirchen‑Seelscheid hat sein Jubiläum gefeiert. In der Berichterstattung wird das Ereignis als 125‑jähriges Bestehen genannt; zugleich weisen die Quellen auf eine historische Einordnung hin: Die Schule nahm 1899 mit 17 Schülern ihren Lehrbetrieb auf, während 1901 als Gründungsjahr gelten soll, weil damals die ehemalige Vikarie zum Konvikt ausgebaut wurde.
Die Schulgeschichte ist von Brüchen geprägt: Die Einrichtung erhielt staatliche Anerkennung, wuchs durch Bauphasen und einen hohen Anteil an Internatsbewohnern. Die nationalsozialistische Regierung löste die kirchliche Einrichtung auf; die Leitung musste 1939 die Schließung verkünden. In der Folge wurden die Gebäude für unterschiedliche Zwecke genutzt — unter anderem als Erziehungsanstalt, später als Seuchenlazarett für alliierte Soldaten, dann als Kinderheim.
Wiederaufnahme des Schulbetriebs nach dem Krieg
Erst 1957/1958 wurde der Schulbetrieb erneut etabliert: Ein Vertrag zwischen den Salesianern Don Boscos und dem Verein zur Förderung des höheren Studiums führte dazu, dass am 25. April 1958 der Unterricht unter dem Namen Antoniuskolleg mit 34 Internatsschülern wieder begann. Die Quelle nennt damit konkrete Eckdaten für die Wiederaufnahme des Schulbetriebs und die Entwicklung der Institution in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Gegenwart: Erinnerung und Symbolik
Im Rahmen der Jubiläumsfeier vergruben Schülerinnen und Schüler eine Zeitkapsel mit Dokumenten des Festes für die Nachwelt. Dieser Akt verbindet die aktuelle Schulgemeinschaft mit der langen Vergangenheit der Institution und setzt ein sichtbares Zeichen für historisches Bewusstsein innerhalb der Schule.
- 1899 — erste Unterrichtsaufnahme mit 17 Schülern (erste Aktivitäten im früheren Kuh‑ und Ziegenstall)
- 1901 — Ausbau der Vikarie zum Konvikt; gilt in manchen Quellen als Gründungsjahr
- 1939 — Schließung durch die nationalsozialistische Regierung
- 1957/1958 — Vertrag mit den Salesianern Don Boscos; Wiederaufnahme des Schulbetriebs am 25. April 1958
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1899 | Beginn des Unterrichts mit 17 Schülern |
| 1901 | Vikarie wird zum Konvikt ausgebaut |
| 1939 | Schließung durch NS‑Regime |
| 1958 | Wiederaufnahme als Antoniuskolleg mit 34 Internatsschülern |
Für die Gemeinde und die Region ist die Geschichte des Antoniuskollegs nicht nur lokalhistorisch interessant: Sie illustriert, wie Bildungseinrichtungen politischen Umbrüchen und sozialen Wandel durch Anpassung und Neubegründung begegnen. Die Beteiligung von Schülerinnen und Schülern an der Zeitkapsel‑Aktion zeigt, dass das Kolleg die eigene Vergangenheit aktiv thematisiert und in die pädagogische Arbeit einbindet.
Konkrete Auswirkungen für gegenwärtige Schüler, Eltern und Lehrkräfte ergeben sich vor allem in zwei Bereichen: Einerseits stärkt die Erinnerungskultur das schulische Selbstverständnis und damit auch die Identifikation mit der Einrichtung; andererseits macht die lange Geschichte des Hauses die Notwendigkeit deutlich, Bauzustand, Nutzung und pädagogische Ausrichtung fortlaufend zu überprüfen, damit das Kolleg auch für künftige Generationen funktional und attraktiv bleibt.