Amazon will Smartphones direkt per Satellit ansprechen
Amazon hat bei der US‑Behörde FCC einen Antrag eingereicht, um ein sogenanntes Direct‑to‑Device (D2D)-System zu betreiben, das Smartphones direkt mit Satelliten verbindet. Die geplante Konstellation umfasst bis zu 5.105 Satelliten in niedriger Erdumlaufbahn und soll nach Angaben des Unternehmens ab 2028 einsatzbereit sein.
Konzept, Zweck und Partner
Amazon beschreibt den Dienst als Ergänzung bestehender Mobilfunknetze: Er soll Regionen erreichen, in denen terrestrische Netze „zu teuer, zu langsam oder zu störanfällig“ sind. Für die Einführung kooperiert Amazon unter anderem mit Globalstar, einem Anbieter, der bereits D2D‑Funktionen für iPhones bereitstellt. Weiter genannte Partner sind Vodafone, DirecTV, Herotel und Australiens NBN. Amazon betont, dass das System mit Smartphones funktionieren soll, die bereits über satellitenfähige Chipsets verfügen.
- Zielstart: ab 2028
- Satellitenanzahl: bis zu 5.105
- Bereits im Orbit: 396 Satelliten nach einem erfolgreichen Start
- Partnerschaften: Globalstar, Vodafone, DirecTV, Herotel, NBN
Regulatorische Fristen und Startkapazitäten
Die FCC hatte frühere Fristen für Amazons Internet‑Konstellation gesetzt: Ursprünglich sollte bis Mitte 2026 die Hälfte von zunächst 3.236 Satelliten aktiviert sein; diese Vorgabe wurde jedoch im öffentlichen Interesse ausgesetzt. Neuer Zeitplan sieht vor, die erste Hälfte bis Juli 2028 und die vollständige Konstellation bis Juli 2029 zu realisieren.
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Geplante Satelliten | 5.105 |
| Satelliten im Orbit | 396 |
| Frist erste Hälfte | Juli 2028 |
| Frist vollständige Konstellation | Juli 2029 |
Startengpässe und Verträge
Amazon nennt Engpässe bei Raketenstarts als einen begrenzenden Faktor für den Auf- und Ausbau der Flotte. Um dem entgegenzuwirken, hat das Unternehmen Startkapazitäten bei mehreren Anbietern gesichert, darunter Blue Origin, ArianeGroup, ULA und auch bei SpaceX. Laut Angaben sind bereits mehr als 100 Starts vertraglich festgelegt.
Folgen und Einordnung
Ein solches D2D‑System könnte die Mobilfunklandschaft ergänzen: Für abgelegene Gebiete, Notfallszenarien oder in Regionen mit instabiler Infrastruktur wären direkte Satellitenverbindungen eine zusätzliche Option. Anbieter terrestrischer Netze, Chip‑Hersteller sowie Regulierungsbehörden werden diese Pläne genau beobachten müssen. Die Integration vorhandener D2D‑Dienste über Partner wie Globalstar soll zudem die Kompatibilität mit aktuellen Endgeräten verbessern.
Wichtig bleibt, dass Amazon die regulatorischen Vorgaben einhält und die vereinbarten Starts wie geplant durchgeführt werden. Verzögerungen bei Trägerraketen oder Änderungen in der Kooperation mit Partnern könnten die Zeitpläne beeinflussen.