Bei der aktuellen Erntebilanz 2026 zeichnet die Burgenländische Landwirtschaftskammer ein eindeutiges Bild: Die Qualität vieler Getreidepartien sei gut, die Mengen jedoch unterdurchschnittlich und die Preissituation enttäuschend. Im Rahmen eines Erntegesprächs in Neustift an der Lafnitz warnten Kammervertreter vor existenziellen Problemen im Ackerbau, besonders im Südburgenland.
Ernteverlauf und Regionale Unterschiede
Die Getreideernte im Burgenland begann heuer ungewöhnlich früh, am 9. Juni, damit war es der zweitfrüheste Erntebeginn seit 2003. Während in Teilen des Nordburgenlands — etwa im Seewinkel sowie den Bezirken Eisenstadt, Mattersburg und Oberpullendorf — die Ernte nahezu abgeschlossen ist, sind im Südburgenland noch rund 20 Prozent der Flächen ungedroschen.
Ertragseinbußen und ökonomische Folgen
Nach aktuellem Stand rechnet die Kammer mit Ertragseinbußen von bis zu 20 Prozent und darüber hinaus. Insgesamt bezeichnete die Führung der Landwirtschaftskammer den Zustand des Ackerbaus als angespannt: Die Kombination aus geringerer Menge und schlechten Preisen belastet die Betriebe.
„Unterm Strich kann man sagen, dass sich der Ackerbau am Limit befindet. Die Ackerbäuerinnen und Ackerbauern kämpfen um ihre Existenzen und brauchen Unterstützung“,
Dieses Zitat stammt von Landwirtschaftskammer-Präsident Nikolaus Berlakovich, das gemeinsam mit Vizepräsident Werner Falb-Meixner und Kammerrätin Maria Portschy bei der Pressekonferenz in Neustift an der Lafnitz vorgetragen wurde.
- Beginn der Ernte: 9. Juni (zweitfrühester Start seit 2003)
- Ausstehende Flächen im Südburgenland: rund 20 Prozent
- Erwartete Ertragsminderung: bis zu 20 Prozent und mehr
Was bedeutet das konkret für den Bezirk Oberwart?
Für bäuerliche Betriebe im Bezirk Oberwart können die geringeren Erntemengen bei gleichzeitig schlechten Preisen zu massiv verminderten Einnahmen führen. Höhere Kosten pro Einheit geernteten Getreides mindern die Rentabilität, Lager- und Absatzstrategien werden schwieriger planbar. Kurzfristig werden Betriebe Liquiditätsengpässe verhindern bzw. entschärfen müssen; langfristig könnte dies Strukturveränderungen und eine verstärkte Nachfrage nach Unterstützungsmaßnahmen bedeuten.
Bei solchen Ertragseinbußen sind außerdem indirekte Folgen zu erwarten: Bauernhöfe, die bereits wenig Puffer besitzen, könnten Investitionen in Technik oder Fruchtfolgepläne verschieben. Für die kommunale Versorgungslage und regionale Vermarkter bedeutet eine geringere Menge zudem weniger Angebot in saisonalen Lieferketten.
| Kenndatum | Angabe |
|---|---|
| Erntebeginn 2026 | 9. Juni |
| Ausstehende Flächen (Südburgenland) | ~20 % |
| Ertragsprognose | bis zu 20 % und mehr Einbußen |
Die Landwirtschaftskammer hat Vertreterinnen und Vertreter des Bundesministeriums, der Agrarmarkt Austria, der Lagerhausgenossenschaften, der Hagelversicherung sowie weiterer relevanter Institutionen zum Erntegespräch geladen, um die Ergebnisse zu analysieren und mögliche Hilfen zu koordinieren. Für Betroffene im Bezirk Oberwart bleibt wichtig, Informationen über lokale Unterstützungsangebote einzuholen und finanzielle Planungen zu prüfen.
Die vorgestellten Zahlen und Einschätzungen beruhen auf den Angaben der Burgenländischen Landwirtschaftskammer bei der Pressekonferenz in Neustift an der Lafnitz; sie geben den aktuellen Stand der Erntebilanz 2026 wieder.