Großes Chorerlebnis am Seeufer
Am Samstagnachmittag verwandelte sich die Seetribüne der Bregenzer Festspiele in einen vielstimmigen Klangkörper: Unter dem Motto „Alemania cantat“ kamen rund 6.600 Sängerinnen und Sänger zusammen, um gemeinsam bekannte Opernchöre zu intonieren. Teilnehmende reichten von Hobbysängern über lokale Chöre bis hin zu professionellen Festspielsolisten; die Aktion zog Menschen aus der gesamten Bodenseeregion an.
Professionelle Begleitung und Leitung
Die Sängerinnen und Sänger wurden von einem Instrumentalensemble unterstützt, in dem Musiker des Symphonieorchesters Vorarlberg mitwirkten. Zudem ergänzten Mitglieder des Festspielchors sowie Gäste aus dem Prager Philharmonischen Chor und dem Bayerischen Rundfunkchor das Klangbild. Den musikalischen Takt gab der australische Dirigent Steven Moore vor; er übernahm zugleich die Rolle des Moderators und motivierte das Publikum zu Aufwärmübungen und kleinen Auftritten.
„Heute sind Sie der Festspielchor“
Großen Zuspruch erntete auch Festspielintendantin Lilli Paasikivi. Mit den Worten
„Heute sind Sie der Festspielchor“begrüßte sie die Menge und löste damit lautstarken Jubel aus. Nach einem gemeinsamen Startsignal setzte sich das Programm in einer Folge bekannter Stücke fort.
Programm und lokale Bedeutung
Der musikalische Reigen begann mit „O sole mio“ – ein symbolischer Gruß an die Sonne und an das Freilichttheater, das ohne günstige Witterung nicht stattfinden könnte. Auf dem Programm standen zudem Chorpassagen aus Produktionen der vergangenen Spielzeiten, darunter Werke aus „Freischütz“, „Turandot“, „Der Troubadour“ und „Nabucco“. Auch Arien und Chöre aus „Carmen“ und die aktuelle Produktion „La traviata“ fanden Eingang, bevor das Singalong mit einem gemeinsamen „Happy Birthday“ ausklang.
| Stück | Ursprungsproduktion (Jahr) |
|---|---|
| Jägerchor | Freischütz (2024/25) |
| Nessun dorma | Turandot (2015/16) |
| Ambosschor | Troubadour (2005/06) |
| Va, pensiero | Nabucco (1993/94) |
| Toréador | Carmen (1991/92, 2017/18) |
- Räumliche Wirkung: Die Seetribüne diente als offene Bühne, die Teilnehmenden saßen zusammen und bildeten einen einzigen Chor.
- Regionale Beteiligung: Sängerinnen und Sänger kamen aus der Bodenseeregion, was die Festspiele als grenzüberschreitendes Kulturereignis unterstreicht.
- Publikumsnähe: Die Veranstaltung förderte direkte Einbindung von Laien und Profis und stärkte so die lokale Kulturbeteiligung.
Was das für den Bezirk Bregenz bedeutet
Das Singalong zeigt, dass die Bregenzer Festspiele nicht nur ein internationales Festival mit großen Inszenierungen sind, sondern auch Plattformen für bürgerschaftliches Engagement bieten. Solche Formate öffnen die Festspiele für ein breiteres Publikum und schaffen Begegnungsräume entlang des Seeufers. Für Besucherinnen und Besucher aus dem Bezirk Bregenz und den Nachbargemeinden ist das Ereignis ein niedrigschwelliges Angebot, selbst aktiv Teil der Festspiele zu werden.
Organisatorisch weist die Aktion außerdem auf die logistischen Anforderungen hin: Die Bereitstellung von Notenmaterial, die Einbindung von Orchestermusikern und die Koordination zwischen Profi- und Laienensembles erfordern enge Zusammenarbeit zwischen Festspielleitung und lokalen Vereinen. Für interessierte Chöre und Einzelpersonen bleibt zu erwarten, dass ähnliche Formate künftig wieder angeboten werden könnten — eine Chance für weitere lokale Beteiligung an einem bedeutenden Kulturspektakel am Bodensee.