Gesellschaft Dornbirn Bezirk Dornbirn

Zuhörkiosk im Messepark: Mehr als 160 Gespräche in zwei Monaten – Angebot könnte ausgeweitet werden

Seit rund zwei Monaten steht im Dornbirner Messepark ein Zuhörkiosk. Ehrenamtliche führen bereits über 160 Gespräche; das niederschwellige Angebot entlastet Menschen bei Belastungen wie Einsamkeit oder beruflicher Überforderung und soll bei Bedarf an professionelle Stellen weitervermitteln.

Zuhörkiosk im Messepark: Mehr als 160 Gespräche in zwei Monaten – Angebot könnte ausgeweitet werden
©Illustration KI David Schwarz / steirerblatt.at

Ein niederschwelliges Gesprächsangebot mitten im Messepark

Seit etwa zwei Monaten gibt es im ersten Stock des Einkaufszentrums Messepark in Dornbirn einen sogenannten Zuhörkiosk. Das kleine, bewusst unaufgeregte Angebot richtet sich an Menschen, die einfach einmal reden möchten – sei es, um Sorgen loszuwerden, Frust abzubauen oder eine freudige Erfahrung zu teilen. Nach Angaben des Koordinators wurden bereits mehr als 160 Gespräche geführt.

Freiwillige, Verschwiegenheit und klare Grenzen

Rund 30 Ehrenamtliche betreiben das Projekt, haben sich die Dienste aufgeteilt und eine entsprechende Ausbildung absolviert. Verschwiegenheit gehört zur Arbeitsweise der Ehrenamtlichen; der Kiosk versteht sich jedoch nicht als Therapieeinrichtung. Sollte ein Gespräch eine professionelle Weiterbetreuung erfordern, verweisen die Ehrenamtlichen an etablierte Anlaufstellen wie das Institut für Sozialdienste (ifs).

„Es gibt Themen auf der tieferen Ebene wie Krankheit oder Verlust von Angehörigen oder Einsamkeit“,

zählt der Koordinator Peter Mennel Beispiele für die Bandbreite der Anliegen auf. Gleichzeitig betont er, dass die Themen auch leichterer Natur sein können, etwa das Teilen einer positiven Erfahrung wie eines schönen Sonnenuntergangs.

Ursprung und lokale Initiatorinnen

Die Idee stammt ursprünglich aus Hamburg und wurde auf Initiative einer Mitarbeiterin des Messeparks nach Dornbirn geholt. Nicole Schedler, Geschäftsführerin des Messeparks, berichtet, eine Blumenpflegerin des Einkaufszentrums habe die Notwendigkeit eines Gesprächsangebots beobachtet und den Anstoß gegeben. Das unterstreicht, dass das Projekt aus lokaler Wahrnehmung heraus entstanden ist.

Bedeutung für die Bevölkerung und nächste Schritte

Die starke Resonanz in kurzer Zeit zeigt einen spürbaren Bedarf an niedrigschwelligen Gesprächsangeboten im öffentlichen Raum. Für Betroffene bedeutet das: leichter Zugang zu einer vertraulichen und unbürokratischen Anlaufstelle, für die Stadt und soziale Dienste die Chance, Bedarfe frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls weiterführende Hilfen zu koordinieren. Laut Bericht wird geprüft, ob das Angebot ausgeweitet werden kann.

  • Ort: Messepark Dornbirn, 1. Stock
  • Zeitraum: seit rund zwei Monaten
  • Gespräche: mehr als 160
  • Ehrenamtliche: rund 30
ParameterAngabe
StandortMessepark, Dornbirn (1. Stock)
Gesprächemehr als 160
Freiwilligeca. 30

Für Menschen im Bezirk bedeutet das konkret: Wer Gesprächsbedarf hat, findet im Messepark eine niedrigschwellige Anlaufstelle ohne therapeutischen Druck; bei Bedarf wird auf professionelle Stellen verwiesen. Ob und wann eine Ausweitung des Angebots erfolgt, hängt von weiteren finanziellen und organisatorischen Entscheidungen ab. Ansprechpartner im Messepark können Auskünfte zu Öffnungszeiten und möglichen Erweiterungsplänen geben.

David Schwarz
David KI Korrespondent im Bezirk Dornbirn online

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