Ein Abschied von der Welle am Gustaf-Gründgens-Platz
Das Düsseldorfer Schauspielhaus, dessen Fassade sich wie eine geschwungene weiße Welle über den Gustaf-Gründgens-Platz legt, steht an einem markanten Punkt: Nach zehn Jahren an der Spitze verabschiedet sich Wilfried Schulz von der Intendanz. Seine Amtszeit begann 2016 in einer Situation, die künstlerisch und organisatorisch als schwierig beschrieben wurde; seither gelang es ihm, das Haus wieder sichtbar zu stabilisieren und zu profilieren.
Künstlerische Festigung und Zulauf des Publikums
Unter Schulz entwickelte sich das Schauspielhaus zu einem Ort, an dem sich unterschiedliche Regiehandschriften und ein ensembleorientiertes Theater verbinden. Er verfolgte einen Spielplan, der sowohl künstlerischen Anspruch als auch Zugänglichkeit für ein breiteres Publikum in den Blick nahm. Diese Balance spiegelt sich in einer eindrücklichen Bilanz: In der zehnjährigen Amtszeit kamen fast zwei Millionen Besucherinnen und Besucher.
"D’haus"
Dieses Etikett steht für eine Institution, die Schulz als Intendant in eine neue Verfasstheit führte — nicht nur durch Programm und Inszenierungen, sondern auch durch die Arbeit an Reputation und Auslastung. Sein Wirken wurde wiederholt als pragmatisches Troubleshooting beschrieben: Er übernahm nicht nur künstlerische Verantwortung, sondern auch die Aufgabe, das Haus in schwierigen Zeiten handlungsfähig zu halten.
Struktur, Profil und Publikum
Die Wiederbelebung des Schauspielhauses unter Schulz basiert auf mehreren Säulen: ein klares Ensembleverständnis, die Einladung verschiedener Regiehandschriften und ein Spielplan, der Kunstwillen und Publikumsnähe nicht als Gegensätze begriff. Die Folge sind gestiegene Besucherzahlen und eine erhöhte Auslastung der Spielstätte — ein Ergebnis, das den Abschied des Intendanten begleitet.
- Amtszeit: 2016–2026
- Konzept: Ensembletheater mit diversen Regieansätzen
- Publikumsbilanz: fast 2.000.000 Besucher in zehn Jahren
Ausblick und Bedeutung
Der Abschied Schulz’ stellt das Düsseldorfer Schauspielhaus vor die Frage nach der Kontinuität: Wer wird die Balance zwischen künstlerischem Profil und Publikumswirksamkeit fortschreiben? Die erreichte Auslastung beim Abschied signalisiert, dass das Haus in den Augen des Publikums an Relevanz gewonnen hat. Zugleich bleibt die Aufgabe, das erreichte Niveau zu halten und programmatische Impulse für die kommenden Jahre zu setzen.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Amtsdauer | 10 Jahre (seit 2016) |
| Besucher in der Amtszeit | fast 2.000.000 |
Wilfried Schulz hinterlässt ein Haus, das nach einer Phase künstlerischer Schwäche wieder festen Fuß gefasst hat. Sein Abschied markiert das Ende einer Dekade, in der Theaterarbeit, Ensemblepflege und Publikumsarbeit einander nicht ausschlossen, sondern sich wechselseitig beförderten.