Textile Bildwelten im Landesklinikum Horn
Im Landesklinikum Horn ist derzeit eine Ausstellung der Künstlerin Johanna Schöchtner-Errath zu sehen. Ihre Arbeiten sind keine klassischen Gemälde im Sinne von Leinwand und Ölfarbe: Die Künstlerin formt aus Stoffen, Fäden und einer Vielzahl ungewöhnlicher Materialien dreidimensionale Bilder, in denen Landschaften, Lichtstimmungen und Erinnerungen verarbeitet werden.
Die Werke zeichnen sich durch eine feine Detailliertheit aus. Materialien wie Filzwolle, alte Buchseiten, Knöpfe, Nähseiden, Farben und feine Metallelemente verbinden sich zu Kompositionen, in denen jede Naht und jede Struktur eine eigene gestalterische Funktion übernimmt. Dadurch entsteht beim Betrachten eine räumliche Tiefe, die neue Einzelheiten immer wieder freilegt.
Handwerkliche Wurzeln und künstlerische Entwicklung
Schöchtner-Errath begann ihren künstlerischen Weg bereits in der Kindheit mit selbstgenähten Puppenkleidern und Patchwork-Arbeiten. Während einer Karenzzeit entwickelte sie die Idee, Landschaften nicht zu fotografieren, sondern sie mit Stoffen und Nähten einzufangen. Aus diesem Konzept wuchs eine eigenständige Form textiler Kunst, die Beobachtung der Natur mit handwerklicher Präzision verbindet.
In der Ausstellung treten Motive wie Weinberge, sanfte Hügel und Dörfer in den Vordergrund; sie spiegeln wechselnde Lichtverhältnisse und stimmungsbezogene Erinnerungen wider. Dabei bleibt Raum für persönliche Assoziationen der Betrachterinnen und Betrachter: Die Arbeiten arbeiten mit Andeutungen, nicht mit konkreter Narration.
Was Besucherinnen und Besucher erwarten können
Die Schau im Landesklinikum lädt dazu ein, das textile Handwerk als künstlerisches Ausdrucksmittel neu zu sehen. Für das Publikum im Bezirk Horn bedeutet das konkret:
- Einblick in eine künstlerische Technik, die traditionelle Handarbeit und zeitgenössische Bildsprache verbindet.
- Gelegenheit, bekannte Landschaftsthemen neu wahrzunehmen — insbesondere regionale Bezugspunkte wie Weinberge und Dörfer.
- Anregungen für eigene Wahrnehmung: Auf Details und Materialität zu achten, statt nur auf das Motiv.
Diese Ausstellung ist ein Beispiel dafür, wie Kulturorte wie das Landesklinikum nicht nur medizinische, sondern auch kulturelle Funktionen erfüllen können: Sie bieten Raum für Begegnung mit Kunst, die lokal anschlussfähig ist und zugleich über den Bezirk hinaus anschlussfähig bleibt.
Materialien und Themen im Überblick
| Material | Funktion |
|---|---|
| Filzwolle | Struktur und flächige Tiefe |
| Alte Buchseiten | Textur, erzählerische Bezüge |
| Knöpfe, Metallteile | Akzente, Lichtreflexe |
| Nähseiden, Fäden | Linienführung, Konturierung |
Die Schau macht deutlich, wie vielseitig textiles Arbeiten sein kann und welches kreative Potenzial in Alltagsmaterialien liegt. Für Besucherinnen und Besucher aus dem Bezirk Horn bietet sie eine leicht zugängliche Möglichkeit, handwerkliche Fertigkeiten und künstlerische Reflexion miteinander zu erleben.