Eine beständige Begegnung zwischen Mensch und Tier prägt seit einigen Jahren einen Abschnitt des Ufers am Neusiedler See in Rust: Der Pensionist Alfred Wartha – im Ort auch „Fredl“ genannt – sitzt mit seiner Angel fast täglich am Wasser, und regelmäßig erscheint ein Storch, den Wartha „Rudi“ nennt, um sich von ihm füttern zu lassen. Der Vogel nimmt kleinere und mittelgroße Fische, die Wartha aus dem See zieht, fast unmittelbar an Ort und Stelle entgegen.
Wie die Begegnung entstanden ist
Wartha, ein ehemaliger Weinbauer und heute im Ruhestand, berichtet, dass der Storch schon seit mehreren Jahren immer wiederkommt. Der Vogel nähere sich inzwischen so weit, dass zwischen Mensch und Tier nur noch wenige Zentimeter liegen. Zur Unterscheidung von anderen Storchenvögeln achtet Wartha auf eine Kerbe am Schnabel.
„Ich erkenne ihn, weil er eine Kerbe am Schnabel hat. Ansonsten schauen alle Störche ja ziemlich gleich aus“,
Bei einem Lokalbesuch übergab der 78-Jährige Fisch um Fisch an den Adebar: der Storch fängt die Beute mit dem Schnabel, richtet sie und verschlingt sie. Manchmal fliege das Tier kurz weg, kehre aber nach 20 Minuten zurück. Nach Wartha ist er in seiner Familie der einzige, der Fisch esse.
Beobachtungen und Folgen vor Ort
Die Szene ist nicht nur ein Fotomotiv: Sie hat sichtbare Auswirkungen auf den Alltag am See. Wartha schildert, dass der Storch – obwohl insgesamt schlank – durchaus mehrere Fische vertilge. In manchen Situationen bereite ihm das Abheben Probleme; dann nehme der Vogel auf der Straße Anlauf, weshalb Verkehrsteilnehmer extra abbremsen müssten. Außerdem habe ein zweiter Storch die Futterstelle entdeckt; ein kurzer Konflikt zwischen den Tieren sei bereits vorgefallen.
- Protagonist: Alfred Wartha, 78 Jahre, pensionierter Weinbauer aus Rust
- Vogel: Storch mit erkennbarer Kerbe am Schnabel („Rudi“)
- Ort: Ufer des Neusiedler Sees in Rust
- Häufigkeit: Mehrere Besuche pro Woche, teils täglich
Die Begegnung illustriert, wie Wildtiere und Menschen am Seeufer in Kontakt treten können. Für Anrainer und Besucher ergibt sich daraus neben der Freude am Anblick auch die Notwendigkeit, aufeinander Rücksicht zu nehmen: sowohl gegenüber dem Tier, das Futter annimmt, als auch im Straßenverkehr, wenn der Vogel anlaufend abhebt.
Worauf Leserinnen und Leser achten sollten
Wer die Stelle aufsucht, trifft auf eine alltägliche, aber bemerkenswerte Szene. Aus der Darstellung Warthas geht hervor, dass der Storch gezielt den angebotenen Fang annimmt und sich an den Menschen gewöhnt hat. Das kann zum Vorteil für Beobachtungen und Naturnähe werden, birgt aber auch Risiken, wenn Tiere zu sehr an Menschen herangeführt werden oder Verkehrsteilnehmer überrascht werden. Konkrete Hinweise von Behörden oder Schutzorganisationen liegen in der vorliegenden Meldung nicht vor.
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Pensionist | Alfred Wartha, 78 |
| Vogel | Storch („Rudi“), mit Kerbe am Schnabel |
| Ort | Ufer des Neusiedler Sees, Rust |
| Frequenz | regelmäßige Besuche, teils täglich |
Die Geschichte zeigt, wie lokale Augenblicke den Alltag bereichern können: Ein Pensionist, der als Hobbyfischer unterwegs ist, und ein aufmerksamer Storch, der die Nähe sucht. Für die Menschen in Rust ist es ein kleines, bleibendes Bild des Seeufers – und für Autofahrer ein Anlass, besonders aufmerksam zu sein, wenn Storchenbeine auf der Straße Anlauf nehmen.