Konzept gegen Vaping startet an städtischen Schulen
Die Stadt hat ein Maßnahmenpaket beschlossen, das ab dem kommenden Schuljahr an allen weiterführenden Schulen in städtischer Trägerschaft in Kraft tritt. Hintergrund waren vermehrte Hinweise von Eltern, insbesondere aus dem Umfeld der Comenius‑Realschule, auf eine auffällige Zunahme des Konsums von E‑Zigaretten durch Schülerinnen und Schüler.
Breit aufgestellte Arbeitsgruppe entwickelte Maßnahmen
Auf Empfehlung der Verwaltung richtete der Gemeinderat im März eine Arbeitsgruppe ein, in der Schulen, Eltern- und Schülerschaft, Polizei, Jugendhilfe, Suchtberatung sowie Gemeinderatsfraktionen vertreten sind. Nach einer Auftaktsitzung im Mai wurden Vorschläge vertieft und schließlich Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez in der Gesamtrunde präsentiert. Die Arbeitsgruppe stimmte rasch über die Umsetzung ab.
Kernelemente des Programms
Das Konzept setzt auf Aufklärung, Prävention und verbindliche Absprachen. Wichtige Bausteine sind:
- Wertheimer Erklärung: ein Bekenntnis, mit dem sich alle am Schulleben Beteiligten zu einer vapefreien Umgebung verpflichten;
- eine Informationskampagne mit Plakaten und Stickern zur Sensibilisierung;
- Klare Regeln und Information durch Schulen und Lehrkräfte;
- Eltern sollen gezielt aufgefordert werden, mit ihren Kindern über Risiken zu sprechen;
- Stadt und Behörden sorgen für Rahmenbedingungen und Kontrollen;
- Beratungsstellen und Schulsozialarbeit sind als Anlaufstellen vorgesehen.
Konkrete räumliche Vorgaben
Die Verpflichtung zur vapefreien Umgebung gilt nicht nur auf dem unmittelbaren Schulgelände, sondern auch auf dem Schulweg und an Orten, an denen sich Lernende regelmäßig treffen — etwa an Bushaltestellen in Schulnähe. Damit sollen Hotspots des Konsums gezielt adressiert werden.
Verantwortung und Zuständigkeiten
Das Vorgehen verteilt Aufgaben auf mehrere Ebenen, um Wirkung zu erzielen:
| Akteur | Aufgabe |
|---|---|
| Eltern | Aufklärung der Kinder, Gesprächsführung zu Risiken |
| Schulen / Lehrkräfte | Information, Regelsetzung, Umsetzung der Erklärung |
| Stadt & Behörden | Rahmenbedingungen schaffen, Kontrollen koordinieren |
| Beratungsstellen / Jugendhilfe | Angebote von Präventions‑ und Interventionshilfe |
Erwartete Folgen und offene Fragen
Die Stadt setzt mit dem Paket auf einen Mix aus Bildung, Ordnung und Beratungsangeboten. Erwartet wird, dass durch klare Regeln und breite Einbindung das sichtbare Vapen an Schulen zurückgeht. Einige Punkte bleiben allerdings zu klären: Wie konsequent werden Verstöße kontrolliert und sanktioniert? In welchem Umfang werden Beratungs‑ und Hilfsangebote ausgebaut? Und wie werden Jugendliche in die Präventionsarbeit eingebunden, damit Maßnahmen nicht nur von oben verordnet, sondern auch akzeptiert werden?
Das Konzept ist vorerst für die städtischen weiterführenden Schulen vorgesehen; ein Ausbau auf andere Träger oder allgemeine kommunale Regelungen wurde bislang nicht genannt. Die Mailingliste der beteiligten Akteurinnen und Akteure sowie die Ergebnisse der Arbeitsgruppe sollen im neuen Schuljahr als Grundlage für die praktische Umsetzung dienen.
Die Stadt setzt damit ein sichtbares Signal gegen den zunehmenden Konsum von E‑Zigaretten unter Minderjährigen und verbindet rechtliche, pädagogische und beratende Elemente zu einem vernetzten Angebot.