Der Kanton Solothurn hat angesichts der andauernden Hitzewelle und der damit verbundenen Trockenheit für die meisten Flüsse und Bäche ein Betretungs- und Fischereiverbot erlassen. Nach Angaben des Volkswirtschaftsdepartements dürfen Menschen künftig nicht mehr in nahezu allen Fliessgewässern baden oder fischen; Ausnahmen bilden die Aare, Birs und Emme, wo stattdessen zu besonderer Rücksicht auf Wasserlebewesen aufgerufen wird. Die Maßnahme gilt bis auf Weiteres.
Warum die Sperre verhängt wurde
Trockenheit und hohe Temperaturen führen dazu, dass Wasserstände deutlich sinken und sich die Wassertemperatur erhöht. Besonders kleinere und mittlere Gewässer seien dadurch in eine kritische Situation geraten, teilte die kantonale Behörde mit. Für viele Fische und andere Wasserlebewesen steigt durch die veränderten Bedingungen der Überlebensdruck.
Kälteliebende Arten wie Forellen und Äschen reagieren besonders sensibel: Schon Wassertemperaturen über 20 Grad können für diese Arten kritisch oder lebensgefährlich werden. Viele Tiere suchten deshalb verbliebene, tiefere und kühlere Rückzugsbereiche auf. Um zusätzliche Störungen in diesen wenigen Schutzbereichen zu vermeiden, sei das Betretungs- und Fischereiverbot notwendig.
Kontrolle und mögliche Ausweitung
Die Durchsetzung der Maßnahme obliege der staatlichen Fischereiaufsicht. Für die drei genannten Ausnahmen – Aare, Birs und Emme – wird dennoch zur Vorsicht geraten: Auch dort sollen Menschen und Haustiere besonders die tiefen, kühlen Rückzugszonen der Fische nicht betreten. Die Behörden betonen, die Lage werde weiterhin beobachtet; sollten die Wasserstände weiter sinken, seien zusätzliche Einschränkungen nicht ausgeschlossen.
- Geltungsbereich: Nahezu alle Fliessgewässer im Kanton Solothurn
- Ausnahmen: Aare, Birs, Emme (mit Aufruf zur Rücksichtnahme)
- Betroffene Aktivitäten: Baden und Fischen sind untersagt
- Kontrolle: Staatliche Fischereiaufsicht
Für die Bevölkerung im Bezirk Baden sind mehrere praktische Schlussfolgerungen zu ziehen: Bei Ausflügen an Flüsse in Grenznähe sollten die aktuellen lokalen Vorschriften geprüft werden; in Trockenphasen ist auf die Belastung von Wasserlebewesen zu achten, und bei möglichen Anzeichen weiterer Verschlechterung sind mit weiteren Beschränkungen zu rechnen. Behörden in Österreich reagieren bei ähnlichen Pegel- und Temperaturverhältnissen häufig analog, weshalb die solothurner Entscheidung als Indikator für mögliche Maßnahmen in anderen Regionen dienen kann.
| Massnahme | Betroffene Gewässer |
|---|---|
| Betretungs- und Fischereiverbot | Nahezu alle Fliessgewässer im Kanton Solothurn |
| Ausnahmen (mit Rücksichtnahme) | Aare, Birs, Emme |
Die Situation bleibt dynamisch: Punktuelle Gewitter werden laut Kanton voraussichtlich keine ausreichende, flächendeckende Entspannung bringen. Die Bevölkerung wird gebeten, Hinweise der zuständigen Behörden zu beachten und beim Aufenthalt an Gewässern auf Tiere und besonders empfindliche Abschnitte Rücksicht zu nehmen.