Secondhand‑Boutique in der Enge verzeichnet starken Andrang
In der Steyrer Innenstadt hat sich auf 150 Quadratmetern im ehemaligen Haubeneder‑Lokal eine neue Anlaufstelle für gebrauchte Mode etabliert. Die Betreiber, Andreas Bramberger und Peter Wiesinger, berichten nach knapp vier Monaten Geschäftszeit von einem unerwartet hohen Zuspruch: Mehr als 7.000 Kleidungsstücke und Accessoires wurden bereits kommissioniert, und über 400 Verkäuferinnen und Verkäufer haben ihre Waren angeboten.
Die Heidelbeere setzt ausschließlich auf Kommission: Verkaufende bringen ihre Stücke, die Ladenbetreiber präsentieren, verkaufen und teilen den Erlös nach vereinbarten Konditionen. Durch diese Arbeitsweise werden laufende Kosten und Aufwand für Private minimiert, gleichzeitig bleibt das Angebot wechselhaft und attraktiv für Kundinnen, die auf Schnäppchen und besondere Fundstücke hoffen.
Regionaler Einzugsbereich und Organisation
Die Betreiber berichten von Kundinnen und Verkäufern, die teils aus entfernten Orten anreisen: „
Die Leute kommen von Wels bis Amstetten und von Linz bis Weyer zu uns mit ihrem nicht mehr benötigten Gewand.“ Um dem Andrang gerecht zu werden, wird derzeit nur noch Herbst‑ und Winterkleidung angenommen; Interessenten werden gebeten, unbedingt einen Termin zu vereinbaren, da bereits eine Warteliste existiert.
- Angebot: über 7.000 Artikel (Jacken, Jeans, Schuhe, Accessoires)
- Verkäufer: mehr als 400 Personen haben Ware abgegeben
- Fläche: 150 Quadratmeter Verkaufsfläche im Haubeneder‑Lokal
- Personal: Die beiden Betreiber werden inzwischen von einer Praktikantin unterstützt
Für die Betreiber ist das hohe Interesse Bestätigung ihres Konzepts von sogenannter „Pre‑Loved‑Mode“. Die Mischung aus bezahlbaren Preisen, Nachhaltigkeit und dem Reiz des Entdeckens seltener Markenstücke zieht offenbar ein breit gestreutes Publikum an.
Ausverkaufsaktion und Folgen für Kunden
Um Platz für Neues zu schaffen, startete das Geschäft Anfang Juli eine Ausverkaufsaktion: Kleidungsstücke, die vier Monate lang nicht verkauft wurden, sind nun mit 50 Prozent Rabatt erhältlich. Das schafft Chancen für Schnäppchenjäger, reduziert aber gleichzeitig das Angebot an langfristig gelagerten Waren.
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Verkaufsfläche | 150 m² |
| Kommissionierte Artikel | 7.000+ |
| Anzahl Verkäufer | 400+ |
| Betreiber | Andreas Bramberger, Peter Wiesinger |
Für die Steyrer Innenstadt bedeutet das Geschäft eine Bereicherung: Es belebt eine ehemals traditionsreiche Ladenfläche und erweitert das Angebot für bewusste Konsumentinnen und Konsumenten. Gleichzeitig zeigt der Zulauf, dass Secondhand als Geschäftsmodell in der Region wirtschaftlich funktionieren kann — vorausgesetzt, Organisation und Personal passen sich dem Tempo an. Die Betreiber haben bereits reagiert und die Annahme zeitlich begrenzt sowie zusätzliche Unterstützung eingestellt, um das Tagesgeschäft zu bewältigen.
Interessierte Verkäuferinnen und Verkäufer sollten sich im Vorhinein anmelden und nur passende Saisonware anbieten: Aktuell werden ausschließlich Herbst‑ und Winterkleidungsstücke entgegengenommen.
Die Heidelbeere ist ein Beispiel dafür, wie nachhaltiger Handel und Innenstadtbelebung ineinandergreifen können. Für Kundinnen ergeben sich direkte Vorteile durch Vielfalt und günstige Preise, für die Stadt eine belebte Verkaufsfläche und für tausende Kleidungsstücke eine zweite Chance.