Rettung und Übergabe nach dramatischem Fund
Drei Stuten, die in einem Stall in Baden-Württemberg in einem verfilzten und verdreckten Zustand entdeckt wurden, sind im März in die Pferdeklappe des Österreichischen Tierschutzvereins in Reutte gebracht worden. Die Tiere waren unterernährt, standen knöcheltief in ihrem eigenen Kot und wiesen schwere Hufschäden sowie einen aggressiven Hautpilz auf. Ein Amtstierarzt stellte die Zustände fest und veranlasste die Wegnahme der Pferde vom Halter.
Umfangreiche medizinische und pflegerische Maßnahmen
Die Versorgung in Reutte umfasste neben gründlicher Reinigung und Schur eine Reihe fachärztlicher Eingriffe und therapeutischer Maßnahmen. Dazu gehörten:
- Behandlung des Hautpilzes
- fachgerechte Korrektur der Hufe
- Sanierung der Zähne
- gezielte, aufbauende Fütterung und Muskelaufbau durch Training
„Ich habe so etwas noch nie gesehen“
Diese Worte stammen von Nicole Mayrhofer, der Leiterin der Pferdeklappe, und unterstreichen das Ausmaß der Vernachlässigung, das erst nach stundenlanger Reinigung sichtbar wurde. Neben der physischen Rehabilitation war die psychische Stabilisierung ein zentrales Element: die Tiere mussten wieder Vertrauen in Menschen entwickeln, wofür Bodenarbeit, Longieren und Arbeit in der Führanlage eingesetzt wurden.
Kosten und aktueller Stand
Die Gesamtkosten der Wiederherstellung werden als fünfstelliger Betrag angegeben. Nach monatelanger Pflege sind zwei der Stuten, namentlich Twilight und Lillyfee, wieder gesund genug, um ein neues Zuhause suchen zu können. Über die dritte Stute werden in der Meldung keine weiteren Details zum aktuellen Zustand genannt.
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Anzahl Tiere | 3 Stuten |
| Namen | Twilight, Lillyfee, eine dritte Stute (Name nicht genannt) |
| Haupterkrankungen/Schäden | starker Hautpilz, beschädigte Hufe, Unterernährung, verfilztes Fell |
| Rehabilitationsmaßnahmen | medizinische Behandlung, Hufkorrektur, Zahnbehandlung, Fütterungsplan, Training |
Folgen für Tierhalter und Bedeutung für den Bezirk
Der Fall zeigt die Notwendigkeit einer konsequenten Kontrolle und Unterstützung bei Tierhaltung sowie die Bedeutung regionaler Rettungs- und Aufnahmeplätze wie der Pferdeklappe in Reutte. Für Tierhalter im Bezirk ist dies ein mahnendes Beispiel: Vernachlässigung kann neben straf- und zivilrechtlichen Konsequenzen auch die Entziehung der Tiere zur Folge haben. Für die Gemeinde bedeutet der Einsatz auch eine finanzielle und personelle Belastung der Hilfsorganisationen, die oft auf Spenden und freiwilliges Engagement angewiesen sind.
Wer die Arbeit der Pferdeklappe unterstützen oder Informationen zu Aufnahme und Vermittlung von Pferden benötigt, sollte sich direkt an den Österreichischen Tierschutzverein bzw. die Pferdeklappe in Reutte wenden.