Praktischer Naturschutz statt Theorie: SchülerInnen lernen, Neophyten zu bekämpfen
Im Rahmen des FREI DAY-Projekts hat eine 3. Klasse der Mittelschule Untermarkt Reutte an einer Aktion des Naturparks Tiroler Lech und der KLAR! teilgenommen. Die Jugendlichen erlernten nicht nur, gebietsfremde Pflanzen zu erkennen, sondern entfernten in Pflach auch aktiv invasive Bestände. Im Mittelpunkt der Maßnahme stand das Drüsige Springkraut, eine aus dem Ausland stammende Art, die insbesondere entlang von Gewässern und Waldrändern heimische Pflanzen verdrängt.
Praxisbezogenes Lernen mit Betreuerinnen des Schutzgebiets
Die Schülerinnen und Schüler arbeiteten gemeinsam mit der Schutzgebietsbetreuerin Caroline Winklmair und Rangerin Kathrin Hüffmeier. Unter fachlicher Anleitung wurden die invasiven Pflanzen nicht nur bestimmt, sondern auch händisch entfernt. Die Aktion war bewusst praktisch angelegt: Neben dem unmittelbaren Nutzen für lokal vorkommende Arten diente sie dem Aufbau von Kenntnissen, die langfristig helfen, die Biodiversität in der Region zu erhalten.
„Neophyten sind oft auf den ersten Blick unscheinbar oder sogar besonders schön. Gerade deshalb ist es wichtig, über ihre Auswirkungen auf unsere heimische Natur zu informieren“,
so Sina Mai-Huter, KLAR!-Managerin, die die Bedeutung solcher Bildungs- und Mitmachprojekte hervorhob. Die Aktion zeigt, dass Naturschutz und Anpassung an den Klimawandel häufig mit kleinen, lokal umsetzbaren Maßnahmen beginnen können.
Was wurde getan — und wie können sich Bürgerinnen und Bürger einbringen?
Die Schülerinnen und Schüler entfernten gezielt Bestände des Drüsigen Springkrauts, um wieder Raum für einheimische Pflanzen zu schaffen. Gleichzeitig wurden sie in der Bestimmung gebietsfremder Arten geschult. Damit tragen sie zur Sensibilisierung für ein Thema bei, das entlang von Fließgewässern im Bezirk Reutte von Bedeutung ist.
- Ort: Pflach (Aktion vor Ort)
- Beteiligte: Mittelschule Untermarkt Reutte (3. Klasse), Naturpark Tiroler Lech, KLAR!, Schutzgebietsbetreuerin Caroline Winklmair, Rangerin Kathrin Hüffmeier
- Ziel: Erkennen und Entfernen des Drüsigen Springkrauts zur Förderung heimischer Artenvielfalt
Praktische Hinweise für Interessierte
Wer selbst invasive Pflanzen melden oder dokumentieren möchte, kann dies mit der kostenlosen App iNaturalist tun — ein Werkzeug, das auch in diesem Projekt empfohlen wurde. Zusätzlich ist es ratsam, sich vor dem Entfernen fremder Pflanzen bei zuständigen Naturschutzstellen oder Schutzgebietsbetreuerinnen zu informieren, um sicherzustellen, dass Schutz- und Artenschutzbestimmungen eingehalten werden.
| Aspekt | Information |
|---|---|
| Projekt | FREI DAY (Mittelschule Untermarkt Reutte) |
| Zielart | Drüsiges Springkraut (invasiv) |
| Partner | Naturpark Tiroler Lech, KLAR! |
Die Aktion verdeutlicht, wie Bildungsarbeit und praktischer Naturschutz zusammenwirken können: Schülerinnen und Schüler erwerben handfeste Fähigkeiten, während die lokale Natur unmittelbar profitiert. Für den Bezirk Reutte bedeutet das ein Stück mehr Vorsorge gegen den Verlust heimischer Pflanzenvielfalt — und ein Beispiel, wie junge Menschen aktiv in den Schutz ihrer Umgebung eingebunden werden können.