Fischbestände in Donau und Ybbs unter Druck
Im Bezirk Melk beobachten Fischer und Gewässerschützer einen deutlichen Rückgang heimischer Fischarten in Donau und Ybbs. Als Ursachen werden steigende Wassertemperaturen, verringerte Wassermengen, fehlende Beschattung und bauliche Eingriffe in den Gewässerlauf genannt. Hinzu kommen eine Zunahme fischfressender Tiere sowie invasive Arten, die das Gleichgewicht weiter stören.
Der Fischereiverein Ybbs/Donau führt die Entwicklung auf mehrere gleichzeitige Belastungen zurück. Als Problem werden neben veränderten hydrologischen Bedingungen auch die wachsende Personenschifffahrt genannt, deren Wellenschlag insbesondere bei der Ybbsmündung kleinere Fische an Uferbereiche spült, wo sie austrocknen können. Querverbauungen, die Fischwanderungen behindern, verschärfen die Lage.
Besonders deutlich ist der Verlust bei den Salmoniden: Forellenbestände, darunter die Bachforelle, seien in vielen Bereichen stark zurückgegangen. Neben natürlichen Feinden stehen sie auch unter Druck durch wärmere, langsamere Gewässerabschnitte, die ihren Lebensraum unbrauchbar machen.
„Ich fische seit 50 Jahren, Fischen ist Gemeinschaftssport“, sagt Obmann Reinhold Fehringer und äußert zugleich Besorgnis über die Entwicklung. Er sieht den geschützten Fischotter als großes Problem und fordert eine andere Regelung.
Auch der stellvertretende Obmann Johann Schinagl, der seit 40 Jahren fischt, bestätigt die negative Entwicklung: Salmoniden seien „fast ausgestorben“. Als weitere Belastungen werden Kormoran, Gänsesäger, Mink und der Fischotter genannt. Parallel dazu vermehren sich invasive Fischarten, darunter Kesslergrundel, Marmorgrundel und Schwarzmundgrundel, sowie der amerikanische Signalkrebs, der sich gegenwärtig ausbreitet.
Die Ausbreitung des Signalkrebses hat zudem Folgen für heimische Arten: Der lokale Edelkrebs sei durch die so genannte Krebssuche und die Immunität des Signalkrebses gegenüber bestimmten Krankheitserregern stark zurückgedrängt worden.
Konkrete Folgen für Melker Gewässernutzer
- Angler sehen fischereiliche Einbußen und mögliche Einschränkungen bei traditionellen Fangplätzen.
- Erhöhte Präsenz invasiver Arten kann das ökologische Gleichgewicht und die Wasserqualität verändern.
- Freizeitnutzung entlang der Ufer wird durch Wellenschlag und veränderte Fischbestände beeinflusst.
Die genannten Beobachtungen stammen von langjährig tätigen Mitgliedern des Fischereivereins, die vor Ort Veränderungen systematisch wahrnehmen. Maßnahmenvorschläge oder politische Reaktionen werden in der Meldung nicht detailliert beschrieben; offen bleibt damit, wie Behörden und Naturschutzstellen auf die Entwicklung reagieren werden.
| Betroffene Arten | Situation laut Verein |
|---|---|
| Forelle / Bachforelle | Deutlicher Rückgang, lokal "fast ausgestorben" |
| Kormoran, Gänsesäger, Fischotter, Mink | Erhöhte Prädation auf Fischbestände |
| Kessler-, Marmor-, Schwarzmundgrundel | Zunehmende invasive Bestände |
| Signalkrebs / Edelkrebs | Signalkrebs breitet sich aus, Edelkrebs stark zurückgegangen |
Für die Bevölkerung im Bezirk Melk bedeuten diese Entwicklungen konkrete Veränderungen: Anglervereine sehen ihre traditionelle Freizeit- und Gemeinschaftsaktivität gefährdet, die Biodiversität an Gewässern nimmt ab, und Eingriffe in Gewässerökosysteme können langfristig auch Ufernutzung und Naherholung beeinträchtigen. Offen bleibt, welche konkreten Maßnahmen von Umweltbehörden, Wasserwirtschaft und Gemeinden geplant oder bereits angedacht sind, um dem Trend entgegenzuwirken.