Wachsende Belastung für Heimbewohnerinnen und Heimbewohner
Die finanziellen Lasten für Menschen in stationärer Pflege haben sich erneut erhöht. In Hamburg betrug die durchschnittliche Eigenbeteiligung im ersten Jahr eines Heimplatzes zu Beginn Juli 3.481 Euro monatlich, wie eine Auswertung des Verbands der Ersatzkassen (vdek) ergab. Das ist ein Anstieg von 302 Euro gegenüber dem Vorjahr und liegt damit über dem bundesweiten Zuwachs.
Bundesweit zeigt die Datenauswertung ebenfalls steigende Zahlen: Die durchschnittliche Eigenbeteiligung lag bei 3.364 Euro im Monat, der mittlere Anstieg gegenüber dem Vorjahr betrug 256 Euro. Regionale Unterschiede sind deutlich ausgeprägt und resultieren unter anderem aus unterschiedlichen Personalkosten sowie Investitionsaufwendungen der Länder.
Ursachen und politische Forderungen
Als zentrale Ursachen nennt der vdek sowohl höhere Ausgaben für Personal als auch die Investitionskosten, die in Deutschland weitgehend Ländersache sind. In diesem Zusammenhang wurde eine Forderung nach einer klareren Kostenverteilung laut:
"Investitionskosten sind Ländersache und müssen endlich auch vollumfänglich von diesen getragen werden"
Der Verband ergänzte, dass dies gleichermaßen für die Ausbildungskosten des Pflegepersonals gelten müsse. Nach seinen Berechnungen würden Heimbewohnerinnen und -bewohner etwa 650 Euro monatlich weniger aufbringen müssen, wenn Länder die Investitions- und Ausbildungskosten vollständig übernähmen.
Wer zahlt wann wie viel?
Wichtig ist: Die Belastung für Betroffene sinkt mit längerer Aufenthaltsdauer, weil die Pflegekasse den Zuschuss mit der Zeit erhöht. Zusätzlich greift in bestimmten Fällen staatliche Hilfe, wenn die Betroffenen die Kosten nicht tragen können. Eine weitere finanzielle Regelung betrifft erwachsene Kinder: Personen mit einem Jahresbruttoeinkommen von mehr als 100.000 Euro können zur Finanzierung herangezogen werden — über diese Grenze wird in der Koalition aktuell diskutiert.
- Hamburg: Ø Eigenbeteiligung 3.481 Euro/Monat, Anstieg +302 Euro
- Bundesdurchschnitt: Ø Eigenbeteiligung 3.364 Euro/Monat, Anstieg +256 Euro
- Mögliche Entlastung: bis zu 650 Euro/Monat weniger bei Übernahme von Investitions- und Ausbildungskosten durch Länder
Kurze Datenübersicht
| Region | Ø Eigenbeteiligung (Monat) | Jahresvergleich (Anstieg) |
|---|---|---|
| Hamburg | 3.481 € | +302 € |
| Bundesdurchschnitt | 3.364 € | +256 € |
Die Zahlen beruhen auf der Auswertung des Verbands der Ersatzkassen; sie dokumentieren sowohl die monetäre Entwicklung als auch die regional divergierenden Belastungen. Für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen bleibt die Frage, wie sich steigende Pflegekosten langfristig vertragen lassen mit Einkommen, Vermögen und der sozialen Absicherung.
Politisch stehen vor allem zwei Handlungsfelder im Mittelpunkt: die Frage, in welchem Umfang die Länder künftig Investitions- und Ausbildungskosten übernehmen, und die Diskussion um eine mögliche Beteiligung wohlhabender Angehöriger. Änderungen in diesen Bereichen hätten unmittelbare Folgen für die monatlichen Belastungen von Heimbewohnerinnen und Heimbewohnern.