Großprojekt verändert regionale Industrielandschaft
Die OMV errichtet gemeinsam mit dem emiratischen Energiekonzern Masdar in Bruck an der Leitha eine Wasserstoff-Elektrolyseanlage mit Gesamtkosten von 600 Millionen Euro. Die Europäische Investitionsbank (EIB) unterstützt das Vorhaben mit einem Darlehen in Höhe von 450 Millionen Euro. Laut Mitteilung sollen die letzten Verträge in Kürze finalisiert werden; nach deren Abschluss kann das Gemeinschaftsunternehmen ins Firmenbuch eingetragen werden.
Die Anlage gilt bereits jetzt als eines der größten Wasserstoffprojekte in Europa und soll nach der Inbetriebnahme in die bestehende regionale Infrastruktur eingebunden werden. Eine 22 Kilometer lange Pipeline soll den erzeugten Wasserstoff direkt in die OMV-Raffinerie in Schwechat transportieren, wo er fossilen Wasserstoff aus Erdgas ersetzen soll.
Leistungsdaten und Zeitplan
Nach den vorliegenden Angaben ist folgende Planung vorgesehen:
- Gesamtkosten: 600 Millionen Euro
- EIB-Darlehen: 450 Millionen Euro
- Beteiligung OMV: 51 Prozent
- Beteiligung Masdar: 49 Prozent
- Inbetriebnahme: Ende 2027 (geplant)
- Lieferstart / Jahreskapazität: Ab 2028 bis zu 23.000 Tonnen grüner Wasserstoff jährlich
- Pipeline: 22 km nach Schwechat
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Gesamtkosten | 600 Mio. € |
| EIB-Finanzierung | 450 Mio. € |
| Jahreskapazität (ab 2028) | 23.000 t |
| Pipeline | 22 km nach Raffinerie Schwechat |
| Gesellschafter | OMV 51 %, Masdar 49 % |
Aus den Unterlagen geht hervor, dass Masdar einen dreistelligen Millionenbetrag investiert. Die OMV ist zudem mit Abu Dhabi verbunden: Die staatliche ADNOC hält 24,9 Prozent an der OMV. Beide Konzerne kooperieren darüber hinaus in der Chemiesparte durch die Zusammenführung in Borouge International.
Konsequenzen für den Bezirk
Für den Bezirk Bruck an der Leitha bedeutet das Projekt mehrere konkrete Effekte: die Ansiedelung einer großtechnischen Anlage mit überregionaler Bedeutung, neue Anforderungen an Verkehrs- und Baulogistik während der Errichtungsphase sowie die Integration der Anlage in bestehende Energie- und Versorgungsnetze. Die direkte Pipelineverbindung nach Schwechat macht Bruck zu einem Knotenpunkt in der regionalen Wasserstoffinfrastruktur.
Behördliche Genehmigungen und die formale Eintragung ins Firmenbuch sind noch abzuwarten; sie bleiben entscheidend für den Start der Bauarbeiten. Bis dahin sind Planungs-, Umwelt- und Genehmigungsverfahren zu durchlaufen, die auch lokale Behörden und betroffene Gemeinden betreffen können.
Für Bürgerinnen und Bürger im Bezirk stellt sich vor allem die Frage nach den örtlichen Auswirkungen während der Bauphase (Verkehr, Lärm, Baustellenlogistik) sowie nach langfristigen Nutzen wie Klimaeffekten durch den Ersatz fossilen Wasserstoffs in der Raffinerie.
Das Projekt ist ein markantes Beispiel für die internationale Verflechtung großer Energiekonzerne und die zunehmende Bedeutung von grünem Wasserstoff für die Dekarbonisierung industrieller Prozesse. Konkrete Angaben zu Beschäftigtenzahlen oder Lieferverträgen wurden bislang nicht veröffentlicht.