Ab Oktober tritt in Österreich eine neue Paketsteuer in Kraft, die Onlinebestellungen für Konsumentinnen und Konsumenten verteuern dürfte. Die geplante Abgabe, die inklusive Mehrwertsteuer bei 2,40 Euro pro Paket liegen soll, hat bereits im Begutachtungsverfahren breite Kritik von Handelsverband, Wirtschaftskammer und großen Onlinehändlern hervorgerufen.
Was gilt künftig?
Die Steuer ist als pauschale Abgabe konzipiert und betrifft Pakete aus dem Onlinehandel. Ausgenommen bzw. begünstigt sind Bücher: Für diese gilt der ermäßigte Umsatzsteuersatz von 10 Prozent, sodass die Paketsteuer inkl. Mehrwertsteuer hier bei 2,20 Euro liegen soll. Das Finanzministerium bestätigte die Beträge gegenüber Medienberichten.
| Position | Paketsteuer inkl. MwSt. |
|---|---|
| Standardlieferung | 2,40 € |
| Bücher (ermäßigter USt-Satz) | 2,20 € |
Betroffene Akteure und Reaktionen
Die Logistikbranche verzeichnet aktuell hohe Paketvolumen: Bei einem Lokaltermin im Postverteilerzentrum St. Pölten berichtete ein Zusteller, an manchen Tagen liege die Zustellmenge bei 100 bis 170 Paketen. Konsumentinnen reagieren unterschiedlich: Manche sehen in der Abgabe eine weitere Belastung, andere hoffen, dass sie den stationären Handel begünstigen könnte.
„Heute habe ich einen etwas leichteren Tag, heute sind es nur 100 Pakete. Normalerweise sind es zwischen 100 und 170.“
Eine Konsumentin schilderte die Sorge, dass steigende Versandkosten die Gesamtkosten für Bestellungen erhöhen: „Das wäre schon sehr schlimm, weil die Kosten dann noch intensiver wären.“ Gleichzeitig wurde die Ansicht vertreten, dass teurere Pakete Menschen eventuell wieder vermehrt in lokale Geschäfte bringen könnten.
Wirtschaftliche Folgen und Kritik
Große Wirtschaftsvertreter und Onlinehändler fordern eine Überprüfung oder einen Stopp der Abgabe. In den Stellungnahmen zum parlamentarischen Begutachtungsverfahren überwog kritische Resonanz: Handelsverband, Wirtschaftskammer und große Anbieter warnten davor, dass die Zusatzkosten entweder den Kunden weiterverrechnet würden oder den Druck auf Margen und Logistikunternehmen erhöhten. Auch die NEOS richtete einen Appell an die SPÖ, die Regelung zu überdenken.
- Direkter Effekt: Erhöhte Versandkosten für Onlinekäufe, Standardpaket 2,40 €.
- Verteilungseffekt: Händler könnten Kosten an Endkundinnen weitergeben oder operative Einsparungen suchen.
- Einfluss auf Handel: Chance für regionale Geschäfte, aber kein Garant für Verlagerung des Kaufverhaltens.
Die Einführung erfolgt in einem Umfeld steigender Paketmengen und sichtbarer Veränderungen im Konsumverhalten. Ob die Steuer wie von einigen erhofft den stationären Handel stärkt oder primär zusätzliche Belastungen für Haushalte und Logistikunternehmen schafft, wird von der Preisweitergabe durch Händler und dem Anpassungsverhalten der Konsumentinnen abhängen. Konkrete Modellrechnungen, wie stark die Paketsteuer die Endpreise erhöht oder welche Verhaltensänderungen sich daraus ergeben, liegen bislang nicht vor.
Für Unternehmen und Verbraucher bleibt die Frage zentral, wie die zusätzliche Abgabe administrativ umgesetzt wird und ob es weitere Ausnahmen oder Übergangsregelungen geben wird. Die politische Debatte dürfte sich bis zum Inkrafttreten im Herbst weiter zuspitzen.