Fest im Sattel: Mühlberger verteidigt Führung in Steyr
Gregor Mühlberger hat sich auf der vierten Etappe der Tour of Austria eindrucksvoll in Stellung gebracht: Auf dem Teilstück mit Start und Ziel in Steyr (170,5 km) fuhr der 32-Jährige als Elfter der Spitzengruppe ins Ziel und hielt damit die Gesamtwertung fest in der Hand. Nach zwei Etappensiegen liegt der Nationalteam-Fahrer vor der abschließenden Etappe nach Wien in einer Position, die Österreich einen Gesamtsieg bei der Rundfahrt erstmals seit 2013 ermöglichen würde.
Die Etappe verlief taktisch geprägt: Mühlberger reagierte in der Schlussphase auf mehrere Angriffe, unter anderem an steilen Rampen wie dem Porscheberg, und verzichtete auf ein riskantes Sprintspektakel auf dem Kopfsteinpflaster von Steyr. Mit dieser nüchternen Fahrweise sicherte er sein Guthaben im Gesamtklassement.
"Ich habe mir gedacht, ich will es nicht herausfordern und riskiere nichts. Ich bin mit den zwei Etappensiegen sehr zufrieden, das große Ziel ist die Gesamtwertung. Jetzt schauen wir, dass wir das am Sonntag heimbringen"
Was spricht fürs Heimmärchen – und was nicht
Die Zahlen sprechen zugunsten des Österreichers: Sein Vorsprung auf den zweitplatzierten Kevin Vermaerke (UAE) beträgt vor der Schlussetappe noch 1:25 Minuten, wodurch ein kontrolliertes Finale wahrscheinlich erscheint. Dritter in der Gesamtwertung ist der Routinier Bauke Mollema, der 1:40 Minuten Rückstand aufweist.
Für Mühlberger spricht:
- Kontrollierte Fahrt über die bisherigen Etappen und zwei Tagessiege als Ausgangslage.
- Die finale Etappe ist mit 109 km vergleichsweise kurz und wenig selektiv – Chancen für Sprinter und geschlossene Teams.
- Starke Unterstützung durch heimische Fans, Familie und bekannte Gesichter, die dem Fahrer emotionalen Rückenwind geben.
Die Schlussetappe: Kurz, aber nicht ungefährlich
Am Sonntag führt das Finale von Langenlois nach Wien (Start ab 14.00 Uhr, live in ORF1). Die Strecke verläuft nach der Einfahrt in die Hauptstadt über Königstetten, den Dopplerhütte-Anstieg nach Mauerbach sowie die Westeinfahrt – und endet voraussichtlich in einem Sprint vor dem Burgtheater. Damit besteht für das Feld die Möglichkeit, eine geordnete Ankunft zu erzwingen und den Gesamtstand zu bewahren.
| Rang | Fahrer | Rückstand auf Mühlberger |
|---|---|---|
| 1 | Gregor Mühlberger | — |
| 2 | Kevin Vermaerke | +1:25 |
| 3 | Bauke Mollema | +1:40 |
Wenn Mühlberger es schafft, die verbleibenden Kilometer fehlerfrei zu überstehen, könnte er die 75. Auflage der Österreich-Rundfahrt vor heimischem Publikum nach Hause bringen. Die Situation bleibt jedoch spannungsreich: Ein starkes Team, eine organisierte Nachführarbeit oder eine überraschende Ausreißergruppe könnten das Klassement noch einmal durcheinanderwirbeln. Doch nach dem, was man in Steyr gesehen hat, ist der Fahrer aus Haidershofen der Favorit, der mit kühlem Kopf und kluger Rennführung den historischen Schritt wagen kann.