Bei der vierten Etappe der Tour of Austria mit Start und Ziel in Steyr hat der fordernde Kurs dem Lokalmatador Gregor Mühlberger am Samstag die Möglichkeit gegeben, seine Führung in der Gesamtwertung zu festigen. Der 32-jährige Fahrer, der für das österreichische Nationalteam startet, kam in der Spitzengruppe als Elfter ins Ziel; der Tageserfolg ging an den Italiener Andrea Bagioli (Lidl).
Schlussphase in Steyr: Taktik statt Risiko
Die 170,5 Kilometer lange Etappe verlief mit mehreren kurzen, aber steilen Anstiegen, unter anderem dem bekannt anspruchsvollen Porscheberg. Mühlberger parierte in den Schlusskilometern zahlreiche Angriffsversuche und verzichtete im Sprint auf Pflastersteinen auf ein unnötiges Risiko. Im ORF-Interview erklärte er später die Strategie:
„Ich habe mir gedacht, ich will es nicht herausfordern und riskiere nichts. Ich bin mit den zwei Etappensiegen sehr zufrieden, das große Ziel ist die Gesamtwertung. Jetzt schauen wir, dass wir das am Sonntag heimbringen.“
Der Fahrer betonte zudem, wie besonders es für ihn gewesen sei, vor vielen rot-weiß-roten Fans sowie bekannten Gesichtern und seiner Familie zu fahren.
Bedeutung für die Gesamtwertung und die Schlussetappe
Durch das Tagesergebnis blieb Mühlberger in der Gesamtwertung an der Spitze. Sein Vorsprung auf den Zweiten, Kevin Vermaerke (UAE Team Emirates), beträgt nach Angaben der Renndaten 1:25 Minuten; der Dritte, Bauke Mollema, liegt 1:40 Minuten zurück. Die Entscheidung um den Gesamtsieg scheint damit auf der abschließenden, wenig selektiven Etappe nach Wien nur noch Formsache zu sein, wenngleich Zeitboni und Zwischenwertungen kleinere Verschiebungen ermöglichen können.
- Etappenlänge: 170,5 km (Steyr–Steyr)
- Tagessieger: Andrea Bagioli (ITA)
- Mühlbergers Platz auf der Etappe: 11.
- Gesamtzeit Mühlberger: 17:13:10
- Vorsprung auf Rang 2: 1:25 Minuten
Praktische Hinweise für Zuschauer in Steyr
Die Entscheidung über den Gesamtsieg wird am Sonntag auf der kurzen Etappe von Langenlois nach Wien erwartet. Für die Steyrerinnen und Steyrer bedeutet das: Wer das Rennen live vor Ort erleben wollte, hatte am Samstag mehrere attraktive Passagen in der Stadt, darunter die Zielankunft auf Kopfsteinpflaster. Zuschauer, die am Sonntag noch nach Wien reisen möchten, sollten Fahrpläne und mögliche Verkehrsmaßnahmen rund um die Rennstrecke beachten.
| Rang (Gesamt) | Fahrer | Rückstand |
|---|---|---|
| 1 | Gregor Mühlberger | — (17:13:10) |
| 2 | Kevin Vermaerke | +1:25 |
| 3 | Bauke Mollema | +1:40 |
Für die Region Steyr ist das Etappenrennen eine Gelegenheit, international sichtbare Sportwerbung zu betreiben und lokale Radsportbegeisterung zu zeigen. Sportlich bleibt die Lage klar: Solange Mühlberger seine Position in Wien verteidigt, stehen die Chancen gut für den ersten österreichischen Gesamtsieg bei der Tour of Austria seit 2013.