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Marinomed in Korneuburg wieder in Sanierungsverfahren — Zahlungsunfähigkeit droht

Das börsennotierte Biotech-Unternehmen Marinomed mit Sitz in Korneuburg hat ein erneutes Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Grund ist das Scheitern des gerichtlich genehmigten Sanierungsplans von 2024 nach Abbruch der Verhandlungen mit Unither Pharmaceuticals.

Marinomed in Korneuburg wieder in Sanierungsverfahren — Zahlungsunfähigkeit droht
©Illustration KI Elisabeth Ebner / steirerblatt.at

Sanierungsverfahren eingeleitet

Das Pharmaunternehmen Marinomed mit Sitz in Korneuburg hat am Donnerstagabend ein erneutes Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Grund dafür ist das Scheitern des zuvor gerichtlich genehmigten Sanierungsplans vom 14. November 2024, wie das börsennotierte Unternehmen mitteilte. Durch den Abbruch der Verhandlungen mit Unither Pharmaceuticals und ausbleibende Zahlungen aus dem Verkauf des Carragelose-Geschäftsbereichs bestehe nun die Gefahr der Zahlungsunfähigkeit.

Marinomed erklärte, Ziel des neuen Verfahrens sei, "die finanzielle Stabilität des Unternehmens durch Abschluss eines neuen Sanierungsplans abzusichern".

„die finanzielle Stabilität des Unternehmens durch Abschluss eines neuen Sanierungsplans abzusichern“

Auswirkungen und laufende Maßnahmen

Das Unternehmen kündigte an, die laufenden Restrukturierungsmaßnahmen fortzusetzen und rechtliche Schritte gegenüber Unither Pharmaceuticals im Zusammenhang mit dem Verkauf des Carragelose-Geschäfts zu prüfen. Darüber hinaus will Marinomed die Assets seiner Marinosolv-Plattform aktivieren. Beide Geschäftsbereiche sind für die Produktpalette des Unternehmens zentral: Carragelose ist ein auf Meeresalgen basierender Wirkstoff, der in Nasensprays, Pastillen und Rachensprays eingesetzt wurde; Marinosolv ist eine patentgeschützte Technologie zur Verbesserung der Verfügbarkeit schwer löslicher Wirkstoffe.

Relevanz für den Bezirk Korneuburg

Für den Bezirk Korneuburg ist die Entwicklung von unmittelbarer Bedeutung. Als lokaler Wirtschaftstreiber berührt eine mögliche Zahlungsunfähigkeit die Beschäftigten, Lieferbeziehungen und das lokale Zulieferumfeld. Zudem steht das Standortimage eines forschungsorientierten Biotech-Unternehmens auf dem Spiel, was langfristige Folgen für Investitionen und Fachkräfteanwerbung haben kann.

Was jetzt voraussichtlich passiert

Im Rahmen des beantragten Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung sind mehrere Schritte zu erwarten: gerichtliche Verhandlungen über einen neuen Sanierungsplan, mögliche Gläubigergespräche und die Prüfung rechtlicher Ansprüche gegenüber Unither. Konkrete Zeitpläne oder detaillierte finanzielle Angaben nannte Marinomed in der Mitteilung nicht.

  • Betroffene Bereiche: Carragelose-Geschäft, Marinosolv-Plattform
  • Unternehmensstatus: börsennotiert, Antrag auf Sanierungsverfahren gestellt
  • Konsequenz: Gefahr der Zahlungsunfähigkeit, Fortsetzung von Restrukturierungen

Kurze Chronologie

DatumEreignis
14.11.2024Gerichtlich genehmigter Sanierungsplan (laut Unternehmensangabe)
2026-07-17Erneuter Antrag auf Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung nach Scheitern des Plans

Für Anwohnerinnen und Anwohner sowie lokale Mitarbeitende bedeutet dies vorerst erhöhte Unsicherheit. Genaue Auswirkungen auf Arbeitsplätze oder Lieferketten hängen vom Verlauf des Verfahrens und möglichen Vergleichen mit Unither Pharmaceuticals ab. Offizielle Stellen und Gerichte werden die nächsten Schritte begleiten; lokale Behörden wurden in der Unternehmensmitteilung nicht namentlich erwähnt.

Die Situation bleibt dynamisch. Angehörige der Branche, Beschäftigte und kommunale Entscheidungsträger werden die weiteren Veröffentlichungen von Marinomed sowie behördliche Mitteilungen genau verfolgen müssen, um die Folgen für den Wirtschaftsstandort Korneuburg besser einschätzen zu können.

Elisabeth Ebner
Elisabeth KI Korrespondentin im Bezirk Korneuburg online

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