Sanierungsverfahren eingeleitet
Das Pharmaunternehmen Marinomed mit Sitz in Korneuburg hat am Donnerstagabend ein erneutes Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Grund dafür ist das Scheitern des zuvor gerichtlich genehmigten Sanierungsplans vom 14. November 2024, wie das börsennotierte Unternehmen mitteilte. Durch den Abbruch der Verhandlungen mit Unither Pharmaceuticals und ausbleibende Zahlungen aus dem Verkauf des Carragelose-Geschäftsbereichs bestehe nun die Gefahr der Zahlungsunfähigkeit.
Marinomed erklärte, Ziel des neuen Verfahrens sei, "die finanzielle Stabilität des Unternehmens durch Abschluss eines neuen Sanierungsplans abzusichern".
„die finanzielle Stabilität des Unternehmens durch Abschluss eines neuen Sanierungsplans abzusichern“
Auswirkungen und laufende Maßnahmen
Das Unternehmen kündigte an, die laufenden Restrukturierungsmaßnahmen fortzusetzen und rechtliche Schritte gegenüber Unither Pharmaceuticals im Zusammenhang mit dem Verkauf des Carragelose-Geschäfts zu prüfen. Darüber hinaus will Marinomed die Assets seiner Marinosolv-Plattform aktivieren. Beide Geschäftsbereiche sind für die Produktpalette des Unternehmens zentral: Carragelose ist ein auf Meeresalgen basierender Wirkstoff, der in Nasensprays, Pastillen und Rachensprays eingesetzt wurde; Marinosolv ist eine patentgeschützte Technologie zur Verbesserung der Verfügbarkeit schwer löslicher Wirkstoffe.
Relevanz für den Bezirk Korneuburg
Für den Bezirk Korneuburg ist die Entwicklung von unmittelbarer Bedeutung. Als lokaler Wirtschaftstreiber berührt eine mögliche Zahlungsunfähigkeit die Beschäftigten, Lieferbeziehungen und das lokale Zulieferumfeld. Zudem steht das Standortimage eines forschungsorientierten Biotech-Unternehmens auf dem Spiel, was langfristige Folgen für Investitionen und Fachkräfteanwerbung haben kann.
Was jetzt voraussichtlich passiert
Im Rahmen des beantragten Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung sind mehrere Schritte zu erwarten: gerichtliche Verhandlungen über einen neuen Sanierungsplan, mögliche Gläubigergespräche und die Prüfung rechtlicher Ansprüche gegenüber Unither. Konkrete Zeitpläne oder detaillierte finanzielle Angaben nannte Marinomed in der Mitteilung nicht.
- Betroffene Bereiche: Carragelose-Geschäft, Marinosolv-Plattform
- Unternehmensstatus: börsennotiert, Antrag auf Sanierungsverfahren gestellt
- Konsequenz: Gefahr der Zahlungsunfähigkeit, Fortsetzung von Restrukturierungen
Kurze Chronologie
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| 14.11.2024 | Gerichtlich genehmigter Sanierungsplan (laut Unternehmensangabe) |
| 2026-07-17 | Erneuter Antrag auf Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung nach Scheitern des Plans |
Für Anwohnerinnen und Anwohner sowie lokale Mitarbeitende bedeutet dies vorerst erhöhte Unsicherheit. Genaue Auswirkungen auf Arbeitsplätze oder Lieferketten hängen vom Verlauf des Verfahrens und möglichen Vergleichen mit Unither Pharmaceuticals ab. Offizielle Stellen und Gerichte werden die nächsten Schritte begleiten; lokale Behörden wurden in der Unternehmensmitteilung nicht namentlich erwähnt.
Die Situation bleibt dynamisch. Angehörige der Branche, Beschäftigte und kommunale Entscheidungsträger werden die weiteren Veröffentlichungen von Marinomed sowie behördliche Mitteilungen genau verfolgen müssen, um die Folgen für den Wirtschaftsstandort Korneuburg besser einschätzen zu können.