Steuersenkung wirkt nicht wie versprochen
Ein aktueller Testeinkauf im Bezirk Korneuburg zeigt, dass die von der Regierung angekündigte Entlastung beim Lebensmitteleinkauf für Konsumentinnen und Konsumenten in der Praxis nur gering ausfällt. Nach der in der Berichterstattung genannten Senkung des Mehrwertsteuersatzes auf bestimmte Lebensmittel hätten Preise deutlicher sinken sollen. Der Vergleich zweier Einkäufe im selben Geschäft ergibt jedoch ein anderes Bild.
Der Test basierte auf einer Einkaufsliste mit 16 Produkten, von denen laut Bericht 10 von der Mehrwertsteuersenkung betroffen sind. Ein Vergleich zwischen einem Einkauf im Februar 2026 und einem erneuten Einkauf im Juli 2026 lieferte folgende Eckdaten: Die ursprüngliche Rechnung vom Februar belief sich auf 34,12 Euro; im Juli ergab sich trotz Steuersenkung ein leicht höherer Rechnungsbetrag von 34,33 Euro. Bereits zuvor war in einer früheren Erhebung eine Ersparnis von 78 Cent ausgewiesen worden.
Einzelposten: Scheinbare Senkungen versus tatsächliche Preise
Auf den ersten Blick weisen sieben der zehn betroffenen Produkte niedrigere Preisschilder auf. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich jedoch, dass unter Einrechnung der neuen Steuersätze die Preise einzelner Produkte sogar über dem liegen, was sie nach der Senkung kosten sollten.
- Die Butter stieg von 1,49 Euro auf 1,51 Euro.
- Zwei Posten blieben nominal unverändert.
- Bei Produkten wie Fleckerl, Salat und Milch liegen die aktuellen Verkaufspreise über den berechneten Preisen unter Berücksichtigung der niedrigeren MwSt.
Konkrete Einzelwerte aus dem Bericht verdeutlichen die Diskrepanz: Die Fleckerl würden nach Umrechnung nur 2,35 Euro kosten müssen, wurden im Geschäft jedoch mit 2,37 Euro abgerechnet. Für die Butter ergäbe die Berechnung 1,41 Euro, tatsächlich wurde sie mit 1,51 Euro verkauft. Salat und Milch lagen jeweils um einen Cent über dem zu erwartenden Preis.
„Die Mehrwertsteuersenkung ist eine 'Mogelpackung' ohne Wert,“
so fasst der Bericht das Fazit zusammen. Für Konsumentinnen und Konsumenten im Bezirk bedeutet das: Die nominelle Steuerentlastung kommt nicht vollständig bei den Preisen an. Zwar wurden manche Produkte preislich angepasst, doch in mehreren Fällen gleichen andere Faktoren die Steuerersparnis aus — oder es wurden bereits vorab Preisanpassungen vorgenommen.
Was bedeutet das konkret für Haushalte in Korneuburg?
Wenn sich die beobachteten Effekte allgemein fortsetzen, bleibt die erzielte Entlastung für viele Käuferinnen und Käufer marginal. Gerade Haushalte mit engem Budget bemerken bereits kleine Preissteigerungen spürbar. Lokal bedeutet das: Der erwartete Spielraum im Einkaufsbudget vergrößert sich nicht in dem Ausmaß, das die ursprüngliche Ankündigung der Steuersenkung suggerierte.
| Position | Februar (laut Bericht) | Juli (tatsächlich) | Erwarteter Preis nach MwSt.-Senkung |
|---|---|---|---|
| Gesamtrechnung | 34,12 € | 34,33 € | - |
| Fleckerl | - | 2,37 € | 2,35 € |
| Butter | 1,49 € | 1,51 € | 1,41 € |
| Salat / Milch | - | je +0,01 € | -0,01 € (je nach Berechnung) |
Die Zahlen stammen aus dem lokal durchgeführten Testeinkauf. Sie können Hinweise darauf geben, in welchen Warengruppen die Steuerentlastung nicht in voller Höhe weitergegeben wird. Für Verbraucherinteressenorganisationen, Marktaufsicht und die Gemeinden im Bezirk sind solche Beobachtungen relevant, um mögliche Maßnahmen oder Kontrollen zu prüfen.
Für Bewohnerinnen und Bewohner von Korneuburg bleibt zu beobachten, ob sich die Preistafeln in den kommenden Wochen an die niedrigere Besteuerung anpassen oder ob Anbieter andere Preismodelle wählen, die die Entlastung neutralisieren.