Präventionsarbeit direkt am Schulhof
In Leopoldsdorf stand die Verkehrserziehung für die vierten Klassen der Volksschule im Mittelpunkt: Eine Aktion des NÖ Güterbeförderungsgewerbes der Wirtschaftskammer Niederösterreich vermittelte Kindern praxisnah, wie Lastkraftwagen funktionieren und welche Verhaltensregeln rund um große Fahrzeuge im Alltag entscheidend sind. Ziel war es, die Wahrnehmung für Risiken zu schärfen und richtiges Handeln im Straßenverkehr einzuüben.
Lernen am echten Fahrzeug
Begleitet von Transportunternehmer Johann Wambach aus Orth an der Donau und Workshop-Leiterin Sabrina Friedl-Steininger konnten die Schülerinnen und Schüler nicht nur zuhören, sondern am Lkw selbst Erfahrungen sammeln. Besonders eindrücklich: Der Platz in der Fahrerkabine, um die eingeschränkte Sicht eines Lkw-Lenkers aus der ersten Reihe zu erleben. Diese Perspektive macht verständlich, warum Rücksicht, Abstand und klare Blickkontakte an Kreuzungen und Schutzwegen entscheidend sind.
Schwerpunkte: Regeln, die Leben schützen
- Anhalteweg: Warum Bremsweg und Reaktionszeit bei schweren Fahrzeugen länger sind und was das für das Queren der Fahrbahn bedeutet.
- Sicherheitsabstand: Wieviel Raum Kinder zu großen Fahrzeugen halten sollten, um nicht in Gefahr zu geraten.
- Schutzweg: Richtiges Überqueren, Sichtkontakt suchen, nicht laufen – und Geduld, bis Fahrzeuge tatsächlich stehen.
- Toter Winkel: Welche Bereiche um den Lkw für den Lenker schwer einsehbar sind – und wie man sich davor schützt.
- Richtiges Verhalten im Straßenverkehr: Aufmerksam bleiben, Handy wegstecken, Blick nach links-rechts-links und klare Zeichen geben.
Polizeiliche Unterstützung vor Ort
Die lokale Polizei begleitete den Termin fachlich. Im Einsatz waren Abteilungsinspektor Patrick Tomek, Revierinspektor Mario Kralovec und Gruppeninspektor Markus Kalser. Durch diese Unterstützung konnten typische Alltagssituationen aus polizeilicher Sicht erklärt und Sicherheitsaspekte konkret gemacht werden – von der richtigen Position an der Haltestelle bis zur Vorsicht beim Abbiegen von Lkw an Kreuzungen.
Wer war beteiligt?
| Funktion | Name |
|---|---|
| Transportunternehmer | Johann Wambach (Orth an der Donau) |
| Workshop-Leitung | Sabrina Friedl-Steininger |
| Polizei | AbtInsp Patrick Tomek |
| Polizei | RevInsp Mario Kralovec |
| Polizei | GrpInsp Markus Kalser |
Warum das für Familien im Bezirk zählt
Im Bezirk Gänserndorf sind viele Kinder täglich zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs – zur Schule, zu Freunden oder zum Sport. Die Begegnung mit Lkw lässt sich auf vielbefahrenen Routen kaum vermeiden. Die im Workshop vermittelten Inhalte stärken das Bewusstsein dafür, wo Gefahren entstehen können und wie Kinder sie vermeiden. Der Blick in den Spiegel des Lkw oder das bewusste Zurückbleiben an Kreuzungen kann im Ernstfall entscheidende Sekunden bringen.
Auszeichnung für Engagement
Zum Abschluss erhielt die Volksschule Leopoldsdorf eine Urkunde als „besonders um die Verkehrssicherheit der Schüler:innen bemühte Einrichtung“. Die Anerkennung unterstreicht, dass kontinuierliche Präventionsarbeit bereits in der Volksschule ansetzt und sich an konkreten Alltagssituationen orientiert – vom Schulweg bis zur Bushaltestelle.
Praktischer Nutzen – Schritt für Schritt
Die Inhalte des Trainings lassen sich unmittelbar anwenden. Kinder wissen nach der Einheit besser, welche Zonen rund um einen Lkw unsichtbar sein können, warum sie an Kreuzungen niemals neben schwere Fahrzeuge vorrücken sollen und weshalb Geduld am Zebrastreifen Sicherheit bringt. Für Eltern bietet der Workshop Anknüpfungspunkte, um das Gelernte beim gemeinsamen Schulweg zu vertiefen – etwa, indem man Blickkontakte übt oder sichere Querungsstellen auswählt.
Die Kooperation von Transportwirtschaft und Polizei mit der Schule zeigt, wie Prävention im Alltag wirken kann: durch begreifbare Beispiele, klare Regeln und das Erleben am echten Fahrzeug. Für Kinder im Bezirk bedeutet das mehr Sicherheit – und für alle Verkehrsteilnehmer ein Stück mehr Rücksicht auf gemeinsamen Wegen.