Ausgetrockneter Bachabschnitt in Tullns Gartenstadt
Im Unterlauf der Kleinen Tulln sind derzeit nur noch Rinnsale vorhanden, in mehreren Abschnitten ist der Bach sogar stellenweise völlig trocken. Das zeigen Aufnahmen vom Bereich der Verbindung zwischen Kleine Tullnbachgasse und der Maderspergerstraße sowie im Bereich der Brücke Langenlebarner Straße.
WWF warnt vor ökologischen Folgen
Der World Wide Fund for Nature (WWF) weist anhand hydrographischer Daten des Umweltministeriums darauf hin, dass viele heimische Flüsse mit deutlich unterdurchschnittlicher Wasserführung in den Hochsommer gehen. WWF-Expertin Marie Pfeiffer betont, dass die Situation die Reserven für die heißesten Wochen des Jahres deutlich schmälert und jeder weitere Hitzetag den Stress für Fische und andere Gewässerarten verschärft.
„Ausschließlich Hitze und Trockenheit sind dafür verantwortlich“
Die Stadtgemeinde beschreibt die klimatischen Bedingungen als Ursache für den geringen Wasserstand. Sichtbar bleibt nur noch ein paar Zentimeter Wasser an Stellen unter der genannten Brücke.
Regionale Einordnung: Vergleichswerte
Die Beobachtung an der Kleinen Tulln reiht sich in ein größeres Muster ein: An mehreren Referenzpegeln in Niederösterreich und angrenzenden Bundesländern zeigen sich deutliche Defizite. Konkrete Rückgänge gegenüber dem langjährigen Monatsmittel werden für andere Flüsse genannt:
- Kamp (Bereich Zwettl): −83 %
- Leitha (bei Deutsch Haslau): −75 %
- March (bei Angern): −64 %
- Thaya (bei Raabs): −75 %
| Fluss / Pegel | Rückgang gegenüber Monatsmittel |
|---|---|
| Kamp (Zwettl) | −83 % |
| Leitha (Deutsch Haslau) | −75 % |
| March (Angern) | −64 % |
| Thaya (Raabs) | −75 % |
Welche Bedeutung hat das für Tulln?
Für Anrainerinnen und Anrainer bedeutet der niedrige Wasserstand neben ästhetischen Einbußen vor allem einen Verlust an Lebensraum für Amphibien, Fische und wasserabhängige Insekten. Lokale Gewitter könnten stellenweise kurzfristig Wasserstände anheben, lösen aber nach Angaben von WWF und lokalen Stellen das über Monate aufgebaute Niedrigwasserproblem nicht.
Fotos dokumentieren, wie stark der Bachabschnitt im Bereich der Gartenstadt geschrumpft ist. Die dokumentierte Situation dient als Hinweis auf den lokalen Handlungsbedarf hinsichtlich Wassermanagement und Schutz von Gewässerlebensräumen – vor allem, wenn die Wetterlage in den kommenden Wochen weiter trocken bleibt.
Die Lage der Kleinen Tulln ist zugleich ein lokales Beispiel für die breit angelegte Trockenheit in Teilen Niederösterreichs und angrenzender Gebiete. Für Bewohnerinnen und Bewohner im Bezirk Tulln bleibt zu beobachten, inwieweit städtische Maßnahmen, regionales Wassermanagement oder natürliche Niederschläge die Wasserführung in den nächsten Wochen verbessern.