Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat entschieden, die Nordische Kombination aus dem Programm der Olympischen Winterspiele 2030 zu nehmen. Für Österreich ist diese Entscheidung weit mehr als eine abstrakte Programmreform: Sie trifft Athletinnen und Athleten, Verbände und eine Disziplin mit großer Tradition mitten ins Herz.
Ein Schlag für Lamparter und die Kombination
Johannes Lamparter, einer der prägnantesten Vertreter der österreichischen Nordischen Kombination, zeigte sich tief enttäuscht. Bei den Winterspielen 2026 in Predazzo hatte der Tiroler zweimal Silber im Einzel geholt und zusätzlich Bronze im Team-Sprint gemeinsam mit Stefan Rettenegger gewonnen. Die nun beschlossene Streichung nimmt ihm die Möglichkeit, bei Olympia 2030 erneut um Medaillen zu kämpfen.
„Natürlich war es ein Schlag ins Gesicht für mich. Ich wollte 2030 die Chance haben, vielleicht um Gold kämpfen zu können, das ist jetzt vorbei. Es hat natürlich Tränen gegeben, aber ich habe gewusst, ich stehe morgen wieder auf, und es gibt genügend Wettkämpfe und Weltmeisterschaften, wo man auf ganz hoher Ebene trotzdem noch top performen und Emotionen einfangen kann. Es geht weiter“
Lamparter versucht, trotz der Enttäuschung nach vorne zu schauen und verweist auf die Breite des Wettkampfkalenders außerhalb der Olympischen Spiele. Die emotionale Reaktion ist dennoch nachvollziehbar: Olympische Auftritte prägen Karrieren und Sponsoreninteressen – ihr Wegfall verändert die Perspektive vieler Athletinnen und Athleten.
Gründe und Kontroversen
Das IOC begründet die Maßnahme unter anderem mit mangelndem Zuschauerinteresse und der Konzentration der Titelträger auf wenige Länder. In dem knapp über einhundertjährigen Zeitraum, den die Disziplin im olympischen Programm verbracht hat, hätten nur fünf Nationen Medaillen gewonnen. Diese Argumentation trifft in der Szene auf Unverständnis: Athletinnen und Funktionäre betonen, dass Wettbewerb und Leidenschaft auch bei überschaubaren Nationenfeldern vorhanden seien.
- Auswirkung auf Athleten: Wegfall der Olympia-Perspektive für 2030, veränderte Karriereplanung.
- Auswirkung auf Sportart: Verlust sichtbarer Plattform, mögliche Finanzierungsschwierigkeiten für Verbände.
- Breitere Folgen: Diskussionen um Programmreform, Geschlechtergerechtigkeit und Attraktivität der Winterspiele.
Die Reformen im Olympiaprogramm sorgen insgesamt für gemischte Gefühle in Österreichs Wintersportlandschaft: Während manche Sportarten durch Änderungen gewinnen und neue Disziplinen profitieren, steht die Nordische Kombination plötzlich ohne olympische Bühne da.
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Erstmalig olympisch | 1924 |
| Dauer im Programm | 102 Jahre |
| Medaillengewinner (insgesamt) | 5 Nationen |
Für Lamparter und das ÖSV-Team beginnt nun die Phase der Konsequenzenanalyse: Wie lässt sich internationaler Wettbewerb erhalten, welche Rolle spielen Weltmeisterschaften und Weltcups künftig in der Wahrnehmung der Sportart, und welche Maßnahmen sind nötig, um die Basis zu stärken? Konkrete Antworten stehen noch aus, doch sicher ist: Die Entscheidung des IOC wird die Struktur und die Außendarstellung der Nordischen Kombination in den kommenden Jahren maßgeblich prägen.