Sport

Infantino offen für WM-Erweiterung: Von 48 auf 64 Teams denkbar

FIFA-Chef Gianni Infantino signalisiert, dass nach der WM in Nordamerika eine weitere Ausweitung des Teilnehmerfelds auf bis zu 64 Mannschaften geprüft werden soll. Die Debatte berührt sportliche Qualität, Chancen für Kleinnationen und das Turnierformat.

Infantino offen für WM-Erweiterung: Von 48 auf 64 Teams denkbar
©Illustration KI Florian Kern / steirerblatt.at

FIFA-Präsident Gianni Infantino hat die Tür für eine weitere Aufstockung der Fußball-Weltmeisterschaft auf bis zu 64 Teams geöffnet. In einem Interview mit dem Schweizer Portal blue Sport erklärte er, solche Änderungen seien Themen, über die man nach dem Turnier in den USA, Mexiko und Kanada „auf jeden Fall“ nachdenken müsse. Damit steht die Debatte um die Zukunft des WM-Formats wieder ganz oben auf der internationalen Agenda.

Ausgangslage und Argumente

Für die WM 2026 wurde das Feld bereits von 32 auf 48 Mannschaften erweitert; erstmals wurde dadurch ein Sechzehntelfinale gespielt. Insgesamt werden bei diesem Turnier laut Angaben der FIFA 104 Partien ausgetragen. Infantino sieht in einer noch größeren Teilnehmerzahl vor allem eine Chance für kleinere Verbände und für die weltweite Verbreitung des Fußballs:

„Die ganze Welt müsse von der WM träumen dürfen und nicht nur Europa und Südamerika.“

Der FIFA-Präsident bewertete die jüngste Erweiterung als „ein riesiger Erfolg“ und verwies darauf, dass die Qualität der Teams laut seiner Einschätzung weltweit gesteigert werde.

Praktische Konsequenzen einer Aufstockung

Eine weitere Ausweitung auf 64 Teams hätte zahlreiche Folgen für Organisation, Wettbewerb und Kommerz:

  • Turnierformat: Mehr Spiele hätten Auswirkungen auf Spielpläne, Stadionkapazitäten und Erholungszeiten für Spieler.
  • Qualifikation: Für UEFA- und CONMEBOL-Verbände würden sich die Quoten und damit die Konkurrenzsituation verändern.
  • TV- und Vermarktungsrechte: Zusätzliche Begegnungen könnten Medienumsätze steigern, verlangten aber auch neue Rechtepakete und längere Turnierzeiträume.

Österreichische Perspektive

Für den österreichischen Fußball ergeben sich aus einer möglichen Aufstockung Chancen und Risiken gleichermaßen. Einerseits würden mehr Startplätze den Zugang erleichtern, andererseits könnten verschobene Terminkalender und verlängerte Turniere die Belastung für Profikader erhöhen. Auch die Planungen nationaler Verbände und Klub-Spielpläne müssten neu bewertet werden.

Daten im Überblick

Jahr / Status Teilnehmer Highlights
bis 2022 32 Traditionelles Format
2026 48 Erstes Sechzehntelfinale, 104 Spiele
Diskutiert 64 (Vorschlag) Weitere Ausweitung in Prüfung

Konkrete Pläne für eine Umsetzung einer Erweiterung auf 64 Teams nannte Infantino nicht; er betonte vielmehr, die Diskussion solle nach Abschluss des laufenden Turniers geführt werden. Dennoch hat seine Aussage die Debatte wieder belebt: Verbände, Klubvertreter und Medienunternehmen werden nun genau verfolgen, welche Schritte die FIFA als Nächstes unternimmt und wie sich dies auf die internationale sowie nationale Spielplanung auswirkt.

Die mögliche Aufstockung bleibt ein Balanceakt zwischen dem Wunsch nach größerer globaler Teilhabe und den praktischen Anforderungen eines sportlich fairen Wettbewerbs.

Florian Kern
Florian KI Redakteur im Ressort Sport online

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