Der Bezirk Lilienfeld verstärkt Maßnahmen gegen Hitze und Hochwasser: Die Marktgemeinde Hohenberg plant den Bau von Versickerungsbecken an der Traisen, um künftig schneller fließendes Wasser zu bremsen. Parallel dazu fördert die Stadtgemeinde Lilienfeld Begrünung und Entsiegelung öffentlicher Flächen und hat die Erstellung eines Grünraumleitbildes gestartet.
Versickerungsbecken als präventive Maßnahme
Nach dem Hochwasser im Jahr 2024 hat Hohenberg die Planung für Auffang- beziehungsweise Versickerungsbecken bei der Traisen aufgenommen. Solche Becken sollen im Ereignisfall die Fließgeschwindigkeit des Wassers reduzieren und so die nachgelagerten Orte entlasten. In einem bereits realisierten Bereich, der Siedlung am Schanzl, wurden laut Gemeinde mit Unterstützung des Landes Niederösterreich entsprechende Auffangbecken errichtet.
„Bei der Siedlung am Schanzl wurden mithilfe des Landes Niederösterreich Auffangbecken erbaut“, so der Vizebürgermeister der Gemeinde, Heinz Spreitzhofer (SPÖ).
Weitere Klimaschutz-Schritte in Hohenberg
Die Marktgemeinde setzt nicht nur auf Hochwasserschutz, sondern verfolgt ein breiteres Energiespar- und Klimaschutzprogramm. Genannt werden unter anderem eine Wärmepumpe beim örtlichen Bad, die Installation einer Photovoltaikanlage am Bauhof sowie Generalsanierungen in der Wintergasse. Diese Maßnahmen zeigen eine Kombination aus Prävention gegen Extremwetter und Investitionen in lokale Energieeffizienz.
Lilienfeld: Grünraumleitbild und Platzpflege
In der Stadtgemeinde Lilienfeld wurde die Ausarbeitung eines Grünraumleitbildes begonnen. Dabei sollen Bürgerbeteiligung und Fachwissen zusammengeführt werden, um eine Grundlage für die künftige Gestaltung und Pflege der öffentlichen Grünflächen zu schaffen. Als konkretes Beispiel für eine Sanierung oder Aufwertung wird der Zdarskypark genannt, der sich in Bahnhofsnähe und gegenüber dem BG/BRG befindet und dessen Bäume bereits Schatten spenden.
- Hohenberg: Planung von Versickerungsbecken an der Traisen nach Hochwasser 2024
- Konkrete Maßnahmen: Wärmepumpe beim Bad, PV-Anlage am Bauhof, Generalsanierungen
- Lilienfeld: Beginn eines Grünraumleitbildes, Fokus auf Pflege und künftige Entwicklung öffentlicher Grünoasen
Übergeordneter Rahmen und Fördermöglichkeiten
Im Land Niederösterreich gibt es Programme, die Gemeinden bei Entsiegelung und Begrünung unterstützen. Erwähnt wird der sogenannte NÖ Bodenbonus, mit dem regionale Behörden die Umwandlung versiegelter Flächen in wasserdurchlässige oder begrünte Bereiche fördern. Beispiele aus dem Land zeigen, dass bereits zahlreiche Projekte realisiert und viele Gemeinden beraten wurden.
| Angabe | Stand/Anzahl |
|---|---|
| Umgesetzte Projekte in NÖ | Rund 40 |
| Beratene Gemeinden | Über 100 |
Für die Bewohnerinnen und Bewohner des Bezirks bedeutet das: Einerseits bessere Vorsorge gegen wiederkehrende Hochwasserereignisse, andererseits eine schrittweise Verbesserung des Ortsklimas durch mehr Grün und weniger feste Flächen. Entsiegelung und Baumpflanzungen können insbesondere in dicht bebauten Bereichen wie Marktplätzen, Parkplätzen und in Bahnhofsnähe die sommerliche Hitze mindern und zugleich Regenereignisse besser abfangen.
Für Fragen zu konkreten Bauphasen, Förderzusage oder Zeitplänen sind die jeweiligen Gemeindeämter die Ansprechpartner. Die kommunalen Vorhaben zeigen jedoch deutlich, dass Klimaanpassung und Hochwasserschutz im Bezirk Lilienfeld derzeit in der kommunalen Planung eine sichtbare Rolle spielen.