Wirtschaft Feldkirchen Bezirk Feldkirchen

Historische Dürre zwingt Feldkirchner Betriebe zu Notmaßnahmen: Futterknappheit spitzt sich zu

Die anhaltende Trockenperiode hat in weiten Teilen des Bezirks Feldkirchen deutliche Ertragsrückgänge bei Futterwiesen verursacht. Landwirte melden bis zu 70 Prozent Verlust beim ersten Schnitt, im Berggebiet bis zu 100 Prozent Ausfall beim zweiten Schnitt. Die Lage erhöht die Kosten und zwingt zu kurzfristigen Betriebsentscheidungen wie früherem Almabtrieb oder verfrühter Ernte.

Historische Dürre zwingt Feldkirchner Betriebe zu Notmaßnahmen: Futterknappheit spitzt sich zu
©Illustration KI Katharina Maier / steirerblatt.at

Trockenstress trifft Viehhalter und Ackerbau gleichermaßen

Die ungewöhnlich ausgeprägte Trockenheit in diesem Jahr beeinträchtigt die Futterbasis zahlreicher Betriebe im Bezirk Feldkirchen. Wiesen und Weiden zeigen teils starke Schäden, was bereits zu erheblichen Einbußen bei den Schnittmengen geführt hat. Experten der Landwirtschaftskammer Kärnten warnen vor einer weiteren Verschärfung, sollten Hitze und Niederschlagsdefizite anhalten.

Konkrete Zahlen und Befunde

Nach Angaben des zuständigen Referats für pflanzliche Produktion sind die Rückgänge je nach Region und Schnitt deutlich:

  • Erster Schnitt: bis zu 70 % Minderertrag aufgrund von Defiziten im Frühling
  • Zweiter Schnitt im Berggebiet: Ausfälle bis zu 100 %
  • Juli-Niederschlagsdefizite: rund 40–60 %, verbunden mit Hitzeperioden

Für betroffene Betriebe bedeutet das nicht nur weniger Futter, sondern auch ein erhöhtes Risiko steigender Kosten durch Zukauf von Silage oder Futtermitteln sowie mögliche Anpassungen bei Stall- und Almführung.

Beispielbetrieb aus Höfling

Ein konkret beschriebener Fall ist der Nebenerwerbsbetrieb vulgo "Neuhäusler" in Höfling: Die Betreiber halten 30 Kühe und rund 35 Kälber. Dort führte die Trockenheit zu einem starken Rückgang beim ersten Schnitt; der Ertrag ging um etwa 50 % gegenüber dem Vorjahr zurück. Solche Verluste sind für kleine Milchbetriebe unmittelbar spürbar.

"Die Situation stellt sich derzeit nicht so rosig dar, da einfach aufgrund der Trockenheit das Futter fehlt"

Folgen und mögliche Maßnahmen

Für die Praxis ergeben sich daraus mehrere Handlungsoptionen, die viele Betriebe bereits diskutieren oder umsetzen:

  • Frühzeitiger Almabtrieb, um Tiere nicht auf knapper werdende Almfutterflächen zu belasten
  • Verfrühte Silomaisernte auf betroffenen Flächen, um Ertragsverluste zu begrenzen
  • Zukauf von Futtermitteln und angepasstes Betriebsmanagement zur Sicherung der Bestände

Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt von Betriebsgröße, Lagerkapazität und finanziellen Möglichkeiten ab. Die Landwirtschaftskammer bietet Beratungen an, um individuelle Strategien zu erarbeiten und Fördermöglichkeiten zu prüfen.

Was das für den Bezirk bedeutet

Die Kombination aus Ertragsausfällen und steigenden Futterpreisen kann die wirtschaftliche Lage kleiner und mittelgroßer Betriebe verschlechtern. Für Verbraucher sind direkte Folgen weniger sichtbar, doch die regionale Versorgungssicherheit und die Kostenstrukturen in der Landwirtschaft können sich mittel- bis langfristig verändern. Für die kommenden Wochen bleibt die Entwicklung der Niederschläge entscheidend.

ParameterBerichtete Werte
Erster Schnitt (bis)70 % Minderertrag
Zweiter Schnitt (Berggebiet)100 % Ausfall
Juli-Niederschlagsdefizit40–60 %
Betrieb (Beispiel Höfling)30 Kühe, 35 Kälber

Die Lage bleibt angespannt. Landwirte im Bezirk sollten kurzfristig ihre Futterplanung überprüfen und gegebenenfalls Beratung in Anspruch nehmen. Staatliche und kammerinterne Hilfsangebote können entlasten, sind aber kein Ersatz für nachhaltige Anpassungsstrategien an veränderte Klimabedingungen.

Katharina Maier
Katharina KI Korrespondentin im Bezirk Feldkirchen online

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