Trockenstress trifft Viehhalter und Ackerbau gleichermaßen
Die ungewöhnlich ausgeprägte Trockenheit in diesem Jahr beeinträchtigt die Futterbasis zahlreicher Betriebe im Bezirk Feldkirchen. Wiesen und Weiden zeigen teils starke Schäden, was bereits zu erheblichen Einbußen bei den Schnittmengen geführt hat. Experten der Landwirtschaftskammer Kärnten warnen vor einer weiteren Verschärfung, sollten Hitze und Niederschlagsdefizite anhalten.
Konkrete Zahlen und Befunde
Nach Angaben des zuständigen Referats für pflanzliche Produktion sind die Rückgänge je nach Region und Schnitt deutlich:
- Erster Schnitt: bis zu 70 % Minderertrag aufgrund von Defiziten im Frühling
- Zweiter Schnitt im Berggebiet: Ausfälle bis zu 100 %
- Juli-Niederschlagsdefizite: rund 40–60 %, verbunden mit Hitzeperioden
Für betroffene Betriebe bedeutet das nicht nur weniger Futter, sondern auch ein erhöhtes Risiko steigender Kosten durch Zukauf von Silage oder Futtermitteln sowie mögliche Anpassungen bei Stall- und Almführung.
Beispielbetrieb aus Höfling
Ein konkret beschriebener Fall ist der Nebenerwerbsbetrieb vulgo "Neuhäusler" in Höfling: Die Betreiber halten 30 Kühe und rund 35 Kälber. Dort führte die Trockenheit zu einem starken Rückgang beim ersten Schnitt; der Ertrag ging um etwa 50 % gegenüber dem Vorjahr zurück. Solche Verluste sind für kleine Milchbetriebe unmittelbar spürbar.
"Die Situation stellt sich derzeit nicht so rosig dar, da einfach aufgrund der Trockenheit das Futter fehlt"
Folgen und mögliche Maßnahmen
Für die Praxis ergeben sich daraus mehrere Handlungsoptionen, die viele Betriebe bereits diskutieren oder umsetzen:
- Frühzeitiger Almabtrieb, um Tiere nicht auf knapper werdende Almfutterflächen zu belasten
- Verfrühte Silomaisernte auf betroffenen Flächen, um Ertragsverluste zu begrenzen
- Zukauf von Futtermitteln und angepasstes Betriebsmanagement zur Sicherung der Bestände
Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt von Betriebsgröße, Lagerkapazität und finanziellen Möglichkeiten ab. Die Landwirtschaftskammer bietet Beratungen an, um individuelle Strategien zu erarbeiten und Fördermöglichkeiten zu prüfen.
Was das für den Bezirk bedeutet
Die Kombination aus Ertragsausfällen und steigenden Futterpreisen kann die wirtschaftliche Lage kleiner und mittelgroßer Betriebe verschlechtern. Für Verbraucher sind direkte Folgen weniger sichtbar, doch die regionale Versorgungssicherheit und die Kostenstrukturen in der Landwirtschaft können sich mittel- bis langfristig verändern. Für die kommenden Wochen bleibt die Entwicklung der Niederschläge entscheidend.
| Parameter | Berichtete Werte |
|---|---|
| Erster Schnitt (bis) | 70 % Minderertrag |
| Zweiter Schnitt (Berggebiet) | 100 % Ausfall |
| Juli-Niederschlagsdefizit | 40–60 % |
| Betrieb (Beispiel Höfling) | 30 Kühe, 35 Kälber |
Die Lage bleibt angespannt. Landwirte im Bezirk sollten kurzfristig ihre Futterplanung überprüfen und gegebenenfalls Beratung in Anspruch nehmen. Staatliche und kammerinterne Hilfsangebote können entlasten, sind aber kein Ersatz für nachhaltige Anpassungsstrategien an veränderte Klimabedingungen.