Internationales Programm will menschliche Spuren in der Antarktis erfassen
Das von Instituten unter Federführung des Alfred-Wegener-Instituts Helmholtz-Zentrum initiierte Projekt Antarctica InSync hat einen Wissenschaftsplan veröffentlicht, der die systematische Erforschung der Antarktis und des Südlichen Ozeans koordinieren soll. Die UNESCO hat das Vorhaben im Rahmen der UN-Ozeandekade als Dekadenprogramm bestätigt. Damit entsteht ein gemeinsamer Rahmen für Messkampagnen, Datenaustausch und die Nutzung gemeinsamer Infrastruktur.
Hereon übernimmt Leitung im Bereich anthropogener Einflüsse
Das Helmholtz-Zentrum Hereon steuert eines von sieben Forschungsthemen: die Untersuchung der menschlichen Einflüsse in der Antarktis. Im Zentrum stehen dem Plan zufolge Untersuchungen zu durch Menschen verursachten Schadstoffen, aber auch Folgen von Tourismus, Unterwasserlärm und der Einschleppung invasiver Arten. Für die Datenerhebung sollen Luft, Meerwasser, Eis, Sedimente sowie Organismen sowohl an Land als auch im Ozean beprobt werden. Die ersten Expeditionen sind für Ende 2027 angekündigt.
Die Antarktis spielt eine zentrale Rolle im globalen Klimageschehen und reagiert besonders empfindlich auf Störungen. Das Programm zielt darauf ab, die Verknüpfungen zwischen Eis, Ozean, Klima, Umwelt und biologischen Gemeinschaften besser zu durchdringen, um daraus Schutzmaßnahmen für Meeresökosysteme und Strategien zur Verminderung von Umweltverschmutzung abzuleiten.
Methoden und Expertise
Hereon bringt laut Planung spezielle Analytik und Technologien in das Programm ein: hochempfindliche Messverfahren sollen helfen, geringe Konzentrationen von Schadstoffen in den verschiedenen Medien nachzuweisen. Die internationale Zusammenarbeit soll durch gemeinsame Messkampagnen und offene Datenteilung die Forschungskapazitäten stärken.
- Gegenstand: Anthropogene Schadstoffe, Tourismusfolgen, Unterwasserlärm, invasive Arten
- Probenarten: Luft, Meerwasser, Eis, Sedimente, Organismen
- Start der Expeditionen: Ende 2027
Konsequenzen und offene Fragen
Dass ein konsolidiertes internationales Vorhaben diesen Themenkreis systematisch angeht, ist bedeutsam: Nur durch vergleichbare Langzeitmessreihen und koordinierte Kampagnen lassen sich Trends, Quellen und Transportwege von Schadstoffen nachvollziehen. Zugleich bleiben Fragen offen, etwa wie schnell politisch wirksame Maßnahmen umgesetzt werden können oder in welchem Umfang die gewonnenen Erkenntnisse in Schutzstrategien einfließen. Die Rolle der Antarktis als Klimaindikator macht die Ergebnisse jedoch für die gesamte Forschungsgemeinschaft relevant.
Für Österreichs Umweltforschung sind solche Programme insofern interessant, als sie Referenzdaten für globale Modellierungen liefern und Möglichkeiten zur wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit internationalen Einrichtungen eröffnen.
| Aspekt | Bekannte Details |
|---|---|
| Programminitiator | Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum |
| UN-Einbindung | Bestätigung als Programm der UN-Ozeandekade (UNESCO) |
| Hereon-Rolle | Koordination des Themas "Anthropogene Einflüsse" |
| Beprobte Medien | Luft, Meerwasser, Eis, Sedimente, Organismen |