Forderung nach harten Konsequenzen
Die Nachwirkungen des WM-Endspiels zwischen Spanien und Argentinien haben eine neue Debatte über Disziplin und Sanktionen im Profi-Fußball ausgelöst. Für Sky-Experten Didi Hamann ist klar: Die Beteiligten müssen deutlich härter bestraft werden als bisher diskutiert. Hamann sprach sich im Podcast DAB | Der Audiobeweis für eine drastische Maßnahme aus und forderte für die dominierenden Akteure Sperren von einer Länge, die im modernen Fußball selten zur Anwendung kommt.
Konkrete Vorwürfe gegen Molina und Paredes
Im Zentrum der Kritik stehen zwei Vorfälle unmittelbar nach dem Schlusspfiff: Außenverteidiger Nahuel Molina traf den jubelnden Spanier Rodri mit einem unversehrten Schlag und stieß daraufhin Eric García zu Boden, als dieser zu Hilfe eilte. Kurz darauf griff Leandro Paredes García an den Hals; als Gavi dazwischengehen wollte, sei er von Paredes ins Gesicht geschlagen und zu Boden gestoßen worden. Für Paredes resultierte daraus die Rote Karte.
"Ich würde beide ein Jahr sperren und dann sollen sie selber überlegen, ob sie nochmal zurückkommen. Aber so etwas geht nicht."
Hamann kritisierte, dass durch diese Attacken die Sympathien, die sich Argentinien unter anderem durch Lionel Messi erarbeitet hatte, teilweise verloren gingen. Er forderte von der FIFA eine entschiedene Ahndung und betonte, bei der Vergabe von Strafen dürfe man "nicht zu lasch sein".
FIFA ermittelt – Status der Spieler
Der Fußball-Weltverband hat in der Folge eine Untersuchung zu den Vorfällen eingeleitet. Fest steht, dass Paredes, der seit 2025 wieder bei den Boca Juniors spielt und laut Bericht 32 Jahre alt ist, bereits während der Partie durch übertriebene Härte auffiel, dort jedoch nur mit einer Gelben Karte geahndet wurde. Für die unmittelbar nach Spielschluss folgenden Tätlichkeiten erhielt er die Rote Karte.
- Angreifer der Kritik: Nahuel Molina, Leandro Paredes
- Opfer der Angriffe: Rodri, Eric García, Gavi
- Reaktion: FIFA-Ermittlung wurde eingeleitet
Mögliche Folgen für Sanktionen und Sportimage
Hamanns Forderung nach sogenannten Einjahres-Sperren ist ungewöhnlich streng und würde für die Betroffenen erhebliche Folgen bedeuten: Neben Verlust an Spielpraxis wären Image-Schäden und mögliche Vereinsstrafen zu erwarten. Unabhängig vom Ausgang der FIFA-Untersuchung ist die Debatte ein Indikator dafür, wie robust die Regularien bei Gewaltakten nach dem Spiel angewendet werden sollen.
| Spieler | Vorwurf | Konsequenz (laut Quelle) |
|---|---|---|
| Nahuel Molina | Schlag gegen Rodri; Stößung von Eric García | Noch offen (Hamann fordert 12 Monate Sperre) |
| Leandro Paredes | Griff an den Hals von García; Schlag gegen Gavi | Rote Karte; FIFA ermittelt; Hamann fordert 12 Monate Sperre |
Die Szene stellt auch die Frage, wie Verbände und Klubs künftig mit Auseinandersetzungen nach dem Schlusspfiff umgehen. Der Ruf der Nationalmannschaften und die Integrität des Wettbewerbs stehen auf dem Spiel – und die Entscheidung der FIFA wird zeigen, ob sie klare Signale gegen Gewalt sendet oder mit milderen Sanktionen auskommt.