Umfangreiche Zusammenarbeit der Einsatzorganisationen
Am 18. Juli 2026 führten die Freiwilligen Feuerwehren Tulln-Stadt, Langenlebarn, Neuaigen und Elsbach gemeinsam mit dem Niederösterreichischen Feuerwehr- und Sicherheitszentrum, dem Roten Kreuz, der Polizei sowie Vertretern der Stadtgemeinde und des Landes eine groß angelegte Übung in den Anlagen des Tullner Hallenbads und der Kunsteisbahn durch. Übungsannahme war eine Leckage in der Kälteanlage mit einem Austritt von Ammoniak, das sich im Gebäudekomplex ausbreitete.
Die Einsatzkräfte gingen davon aus, dass beide Bereiche in Betrieb waren, weshalb auch mehrere verletzte Personen durch Statisten dargestellt wurden, die das Gebäude nicht eigenständig verlassen konnten. Die ersteintreffenden Kräfte – Feuerwehr Tulln-Stadt, Polizei und Rotes Kreuz – begannen umgehend mit Lageerfassung und Absperrmaßnahmen.
Ablauf und eingesetzte Maßnahmen
Erste Trupps drangen unter Atemschutz in das Gebäude vor mit dem primären Auftrag, Menschen zu suchen und zu retten. Gefundene Patienten wurden vor Ort notfallmäßig dekontaminiert und an den Rettungsdienst übergeben. Mit dem Eintreffen spezialisierter Einheiten konnten weitere Maßnahmen folgen:
- Errichtung eines Dekontaminationsplatzes für Einsatzkräfte und Patienten
- Einsatz von Schadstofftrupps zur Leckagesuche und Abdichtung
- Weiträumige Absperrung und Zutrittskontrolle durch die Polizei
- Rotes Kreuz: Aufbau von drei Zeltbereichen zur getrennten Versorgung nach Patientenstatus
Das Rote Kreuz meldete, dass an den eingerichteten Behandlungsplätzen mit seinen Großunfallsets bis zu 14 Personen gleichzeitig versorgt werden konnten. Zusätzlich unterstützte der Einsatzunterstützungsstab die Lageerkundung mit zwei Drohnen.
Lehrreiches Ende und Nachbesprechung
Nach rund zweieinhalb Stunden wurde die Übung beendet. In der anschließenden Nachbesprechung tauschten die Führungsverantwortlichen der beteiligten Organisationen ihre Eindrücke aus und identifizierten zahlreiche Erkenntnisse, die in künftige Einsatzpläne einfließen sollen. Die Übung endete mit einer gemeinsamen Stärkung im Bereich der Kunsteisbahn.
Für die Bevölkerung in Tulln liefert die Übung wichtige Signale: Die regionale Einsatzstruktur arbeitet vernetzt, Spezialausrüstung und Dekontaminationskapazitäten sind vorhanden, und Kommunikations- sowie Absperrkonzepte wurden praktisch erprobt. Solche Übungen dienen dazu, Abläufe zu prüfen und im Ernstfall schnelle, koordinierte Hilfe zu sichern.
| Teilnehmer | Rolle |
|---|---|
| Feuerwehr Tulln-Stadt, Langenlebarn, Neuaigen, Elsbach | Rettung, Absperrung, Schadstoffbekämpfung |
| NÖ Feuerwehr- und Sicherheitszentrum | Spezialfahrzeug, Schadstoffunterstützung |
| Rotes Kreuz | Großunfallversorgung, drei Zeltbereiche (bis 14 Personen gleichzeitig) |
| Polizei | Absperrung, Zutrittskontrolle |
| Einsatzunterstützungsstab | Lageerkundung (Drohnen) |