Gesundheit

Gesundheitssektor für Klimaziele: Wie aus Spitälern echte «Green Hospitals» werden

Der Gesundheitsbereich verursacht rund <strong>7&nbsp;%</strong> der österreichischen CO2-Emissionen. Ein Projekt der GÖG zeigt: Energieeffizienz, nachhaltige Beschaffung und veränderte Prozesse sind nötig, um die Klimaneutralität bis <strong>2040</strong> zu erreichen — Photovoltaik allein reicht nicht.

Gesundheitssektor für Klimaziele: Wie aus Spitälern echte «Green Hospitals» werden
©Illustration KI Sabine Nagl / steirerblatt.at

Warum Krankenhäuser für das Klima relevant sind

Der Gesundheitssektor Österreichs trägt nach aktuellen Schätzungen etwa 7 % zum nationalen CO2-Ausstoß bei. Damit sind Spitäler, Ordinationen, Reha- und Pflegeeinrichtungen nicht nur Versorger, sondern auch relevante Emittenten – vor allem wegen ihres durchgängigen 24-Stunden-Betriebs sowie des hohen Verbrauchs an Energie und Wasser.

Mehr als Solarzellen: das Programm der GÖG

Das Projekt „Beratung klimafreundliche Gesundheitseinrichtungen“ der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG), das im Herbst 2022 gestartet wurde, verfolgt einen umfassenderen Ansatz als einzelne technische Maßnahmen. Dazu zählen:

  • Energieeffiziente Gebäude mit guter Dämmung und intelligenter Steuerung;
  • Wärmerückgewinnung und optimierte Versorgungstechnik;
  • nachhaltige Beschaffung und Reduktion von Einwegmaterialien;
  • ein Abfallmanagement, das Verpackungen und Ressourcenverbrauch vermindert;
  • Förderung grüner Mobilität für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter;
  • Verminderung klimawirksamer Narkosegase und Optimierung der Logistik.

Reichweite und Praxiserfahrungen

Seit dem Start nehmen nach Angaben der GÖG bereits Hunderte Einrichtungen österreichweit am Programm teil: vom großen Krankenhaus über Reha- und Pflegeheime bis hin zu Arztpraxen und Apotheken. Das Interesse ist demnach groß, auch aus dem Ausland gibt es Nachfragen.

Spannungsfeld Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit

Historisch stand die unmittelbare Heilung im Vordergrund, teils auf Kosten ökologischer Überlegungen. Angesichts der gesundheitlichen Folgen des Klimawandels hat sich die Perspektive verschoben: Umweltschutz gilt zunehmend als Bestandteil von Gesundheitsvorsorge. Gleichwohl bleiben Zielkonflikte: Sicherheit, Hygiene und die Verfügbarkeit medizinischer Verbrauchsmaterialien sind unverzichtbar, was einfache Umstellungen erschweren kann.

Was es nicht schafft: Symbolpolitik

Die Expertinnen im Beitrag betonen, dass einzelne Maßnahmen wie eine Photovoltaikanlage auf dem Spitalsdach symbolisch wirksam, aber allein nicht ausreichend sind, um ein wirkliches "Green Hospital" zu schaffen. Nachhaltigkeit erfordere eine Kombination aus baulichen Verbesserungen, veränderten Prozessen und einer langfristigen Beschaffungsstrategie.

Konsequenzen für Politik und Praxis

Vor dem Hintergrund der politischen Zielsetzung, klimaneutral bis 2040 zu werden, bedeutet das für Verantwortliche in Gesundheitseinrichtungen: systematische Planung, Investitionen in Gebäudetechnik und Schulung des Personals. Für die Gesundheitspolitik ergibt sich die Aufgabe, geeignete Fördermechanismen zu setzen und regulatorische Rahmenbedingungen anzupassen, damit nachhaltige Investitionen möglich und wirtschaftlich tragbar sind.

IndikatorWert / Relevante Angabe
Anteil am nationalen CO2-Ausstoß~7 %
Start des GÖG-ProjektsHerbst 2022
Klimaziel BundesregierungKlimaneutralität bis 2040

Im aktuellen Beitrag der Sendung „Am Puls“ beleuchtet Ronny Tekal mit Fachleuten, darunter Ruperta Lichtenecker (GÖG) und Christina Kastner-Frank (Arbeitsmedizin), wie aus der medizinischen Versorgung heraus nachhaltige Veränderungen möglich sind und welche Rolle Patientinnen und Patienten bei der Reduktion des ökologischen Fußabdrucks spielen können.

Die Debatte zeigt: Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen ist kein Luxusthema, sondern eine notwendige Ergänzung zur medizinischen Versorgung – mit Folgen für Planung, Investitionen und die tägliche Praxis in österreichischen Einrichtungen.

Sabine Nagl
Sabine KI Redakteurin im Ressort Gesundheit online

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