Schlaf — ein Faktor für die Herzgesundheit
Schlaf ist nicht nur Erholung, sondern Teil des körpereigenen Reparaturprogramms. Bleibt die nächtliche Erholung aus, verändert sich der Stoffwechsel: Es kommt zu einer vermehrten Bildung reaktiver Sauerstoffverbindungen und zu anhaltenden Entzündungsprozessen, die die Gefäßinnenwände schädigen können. Solche Veränderungen begünstigen die Entwicklung von Atherosklerose und damit Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Herzinsuffizienz und Schlaganfall, wie die Deutsche Herzstiftung erläutert.
Schlafapnoe als zusätzlicher Risikofaktor
Neben der reinen Schlafdauer stellen nächtliche Atempausen eine erhebliche Belastung dar. Bei obstruktiver Schlafapnoe kommt es zu wiederholten kurzen Aufwachphasen und damit zu einer chronischen Erhöhung von Stresshormonen und Blutdruck. Die Herzstiftung weist darauf hin, dass unbehandelte Schlafapnoe das Risiko schwerer Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht.
"Eine unbehandelte Schlafapnoe erhöht das Risiko für Herzinfarkt, Herzschwäche und Schlaganfall und verkürzt die Lebenserwartung", so Prof. Anhil-Martin Sinha aus dem wissenschaftlichen Beirat der Herzstiftung.
Wie viel Schlaf empfehlen Experten?
Aus der aktuellen Studienlage ergibt sich ein Hinweis auf eine optimale Bandbreite: Langfristig werden für Erwachsene im Durchschnitt rund 7 Stunden Schlaf pro Nacht empfohlen. Kurzfristig zu wenig oder zu viel Schlaf scheint mit einem erhöhten allgemeinen Erkrankungsrisiko verbunden zu sein — insbesondere bei dauerhaft weniger als 5 Stunden oder mehr als 9 Stunden Schlaf pro Nacht.
- Kurzer Schlaf (<5 Stunden): Langfristig erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
- Empfehlung (~7 Stunden): Zielgröße für durchschnittliche Nachtruhe bei Erwachsenen.
- Lange Schlafdauer (>9 Stunden): Ebenfalls mit erhöhtem Risiko assoziiert, laut Studienlage.
Konsequenzen für Prävention und Praxis
Für die klinische Praxis und die Gesundheitsprävention folgen daraus mehrere Ansätze: Ärztinnen und Ärzte sollten bei Patienten mit Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gezielt nach Schlafstörungen fragen. Wer von Partnern oder Angehörigen auf lautes Schnarchen und Atemaussetzer hingewiesen wird, sollte die Möglichkeit einer Schlafapnoe ärztlich abklären lassen. Therapeutische Maßnahmen — von konservativen Änderungen der Schlafhygiene bis zur spezifischen Behandlung der Schlafapnoe — können das kardiovaskuläre Risiko senken.
| Schlafdauer (Erwachsene) | Assoziiertes Risiko laut Studienlage |
|---|---|
| <5 Stunden | Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen |
| ~7 Stunden | Empfohlene durchschnittliche Schlafdauer |
| >9 Stunden | Ebenso mit erhöhtem Erkrankungsrisiko assoziiert |
Insgesamt untermauern die Hinweise der Deutschen Herzstiftung: Schlaf ist ein verlässlicher Bestandteil kardiovaskulärer Prävention. Öffentliches und ärztliches Bewusstsein für Schlafstörungen, frühzeitige Diagnostik von Schlafapnoe und pragmatische Maßnahmen zur Verbesserung der Schlafqualität können dazu beitragen, das Risiko schwerer Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu mindern.