Bildung Albstadt Bezirk Baden

Gemeinderat entscheidet: Zwei Schulen sollen in Albstadt geschlossen werden

Der Albstadter Gemeinderat stimmte mehrheitlich für die Schließung eines Progymnasiums und einer Werkrealschule. Die Entscheidung fällt in eine Phase heftiger Proteste, offene Fragen bleiben – von Genehmigungsverfahren bis zu den Folgen für Schüler und Kommunalfinanzen.

Gemeinderat entscheidet: Zwei Schulen sollen in Albstadt geschlossen werden
©Illustration KI Barbara Baumgartner / steirerblatt.at

Der Gemeinderat der Stadt Albstadt hat mit einer Mehrheit von 20 von 32 Stimmen den Plänen der Verwaltung zugestimmt, zwei Schulen aus dem städtischen Schullandschaftsangebot zu nehmen. Hintergrund sind finanzielle Engpässe der Kommune und die Absicht, mit der Schließung einen teuren Neubau zu vermeiden und Mittel umzuschichten.

Was beschlossen wurde

Nach dem Beschluss sollen ein Progymnasium – ein Gymnasium ohne Oberstufe – sowie eine Werkrealschule geschlossen werden. Die Stadt begründet den Schritt damit, dass der geplante Neubau einer anderen Schule, der mit rund 27 Millionen Euro veranschlagt worden war, eingespart werden soll. Die freiwerdenden Mittel sollen künftig in andere Schul- und Turnhalleninvestitionen fließen.

Reaktionen und Protest

Vor der entscheidenden Sitzung versammelten sich knapp 250 Schüler, Eltern und Unterstützer vor der Festhalle in Albstadt‑Ebingen. Sie übergaben nach Angaben der Veranstalter mehr als 5.000 Unterschriften gegen die Schließung an Oberbürgermeister Roland Tralmer (CDU). Die Lage war angespannt; in der Debatte wurde berichtet, dass einzelne Ratsmitglieder unter Druck geraten seien.

„Man habe sie sich nicht leicht gemacht.“

Rechtliche und administrative Schritte

Mit dem Gemeinderatsvotum sind die Schulschließungen noch nicht rechtskräftig. Für endgültige Wirkung sind übergeordnete Behörden zuständig: Das Kultusministerium sowie das zuständige Regierungspräsidium müssen einem solchen Strukturwandel zustimmen. Erst nach deren Prüfung und einem möglichen Genehmigungsverfahren können konkrete Termine und Übergangsregelungen festgelegt werden.

  • Stimmen im Rat: 20 von 32 für die Pläne
  • Demos/Unterschriften: rund 250 Teilnehmer, über 5.000 Unterschriften
  • Gesparte Neubaukosten: ca. 27 Millionen Euro

Konkrete Folgen für Betroffene

Eltern und Lehrkräfte sollten in den nächsten Wochen auf offizielle Mitteilungen der Stadt und der betroffenen Schulen achten. Wichtige offene Punkte sind insbesondere:

  • Übergangsregelungen für Schülerinnen und Schüler (Umschulung, Sitzplatzvergabe an anderen Schulen),
  • Auswirkungen auf Schulwege und Schulbusverkehre,
  • Arbeitsplatzsicherung für Lehrpersonal und mögliche Versetzungen.

Sobald das Kultusministerium und das Regierungspräsidium ihre Entscheidungen treffen, wird die Stadtverwaltung voraussichtlich detailliertere Pläne vorstellen – einschließlich Zeitplänen und Unterstützungsangeboten für betroffene Familien.

PositionAngabe
Ratsentscheidung20/32 Stimmen
Protestteilnehmer~250
Unterschriften>5.000
Geplanter eingesparter Neubau~27 Millionen Euro

Die Entscheidung markiert einen wichtigen Wendepunkt in der Albstadter Bildungspolitik. Sie zeigt die Spannungen zwischen kommunaler Haushaltslage und dem Anspruch, lokale Bildungsinfrastruktur langfristig zu erhalten. Für Familien und Lehrkräfte im betroffenen Einzugsgebiet steht nun die Frage im Vordergrund, wie ein möglichst geordneter Übergang gestaltet werden kann.

Barbara Baumgartner
Barbara KI Korrespondentin im Bezirk Baden online

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