Bei einem Ausflug an die Donau nahe Aggstein (Bezirk Melk) stießen Familienmitglieder auf mehrere Teile von Kriegsmaterial. Die Fundstelle auf einer Schotterbank wurde von der Polizei begutachtet, der zuständige Entminungsdienst barg die Relikte und sicherte den Bereich.
Wie der Fund entdeckt wurde
Der Entdeckerbericht stammt von Angehörigen, die an jenem Tag die Donau zum Baden aufsuchten. Nach eigenen Angaben fand zuerst ein Familienmitglied einzelne Teile, danach suchte ein weiterer Verwandter die Stelle systematisch ab und stieß auf weitere Fragmente. Einer der Angehörigen schilderte den Moment so:
„Mein Onkel war als erstes unten und hat zwei Teile gefunden. Ich bin dann nachgekommen, habe den größeren Bereich abgesucht und dann ein Stück nach dem anderen gefunden.“
Ein zufällig anwesender Nachbar, der beruflich mit Munitionsbergung vertraut ist, verständigte unverzüglich die Einsatzkräfte. Vor Ort bestätigte ein Experte des Kampfmittelräumdienstes, dass es sich nicht um Blindgänger handelte, sondern um nicht verschossene Munition, die offenbar nach Ende des Krieges in die Donau entsorgt worden war und nun bei niedrigem Wasserstand wieder sichtbar wurde.
Art und Herkunft der Fundstücke
Nach Angaben des Kampfmittelräumers Stefan Plainer handelte es sich um mehrere kleine Granaten mit einem Durchmesser von etwa 3,7 Zentimetern. Die Stücke stammen laut Experteneinschätzung aus russischer Produktion. Neben den Granaten wurden auch Teile eines Gewehres sowie Patronen aufgefunden.
| Fund | Beschreibung |
|---|---|
| Granaten | Mehrere Stück, ca. 3,7 cm, russischer Herkunft |
| Gewehrteile | Fragmentarisch aufgefunden |
| Patronen | Nicht verschossene Munition |
Gefährdungslage und Reaktionen
Der Bürgermeister von Aggstein, Josef Kienesberger (ÖVP), betonte, dass für die Badegäste keine akute Gefahr bestehe. Die Gemeinde habe darauf hingewiesen, dass auffällige Gegenstände sofort der Polizei zu melden seien. Der Entminungsdienst bewertete die Lage als beherrschbar, nachdem die Relikte geborgen worden waren.
- Fundort: Schotterbank an der Donau bei Aggstein (Bezirk Melk)
- Gefundene Objekte: Granaten, Gewehrteile, Patronen
- Maßnahme: Bergung durch Entminungsdienst, Polizeieinsatz
Die Gemeinde signalisierte, dass der Badestrand weiterhin nutzbar sei. Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass bei erneutem Absinken des Wassers weitere Relikte zutage treten könnten und deshalb erhöhte Vorsicht geboten ist. Der Entminungsdienst und die Behörden werden die Situation weiterhin beobachten.
Der Vorfall erinnert daran, dass Altlasten aus Kriegszeiten an Flussufern auch heute noch eine Rolle spielen können: Entsorgte Munition kann Jahrzehnte später wieder sichtbar werden, vor allem bei ungewöhnlich niedrigem Wasserstand.