Letzte Mission des "Generals": Zwei Spiele bis zum möglichen Abschluss einer Ära
Mit nur noch zwei Spielen im Turnier vor sich steht Didier Deschamps auf der Schwelle zu einem historischen Moment: Der Franzose, der als Spieler bereits 1998 den WM-Pokal gewann, könnte seine 14-jährige Amtszeit als Teamchef von Les Bleus mit einem dritten WM-Titel krönen. Vor dem Halbfinalduell gegen Spanien in Arlington stellte der 57-Jährige erneut die kollektive Geschlossenheit seines Kaders in den Vordergrund.
Die Nachricht, dass des 57-Jährigen Amtszeit nach diesem Turnier enden soll, färbt jede Aussage, jede Geste und jedes Motivationsritual. Deschamps, in Frankreich respektvoll der "General" genannt, betont immer wieder die Bedeutung von Einsatz, Disziplin und Kameradschaft – Werte, die er auch selbst vorlebt. Solche Bilder, etwa seine Verbeugung vor Kapitän Kylian Mbappé nach der Show gegen Schweden oder die Umarmung von Flügelspieler Desire Doue nach dem Viertelfinalsieg gegen Marokko, prägen das Bild dieses Teams.
„Ich bin stolz, dieses Team zu haben“
Der Teamchef bezog dabei ausdrücklich Spieler, Assistenten und Betreuer mit ein und sagte, alle kämpften für die Gruppe. Die Mischung aus Führung und Nähe scheint bei seiner Mannschaft zu wirken: Frankreich steht im Halbfinale – dem dritten WM-Halbfinale in Folge –, und die Partie gegen Spanien wird vielfach als vorgezogenes Endspiel betrachtet. Der offizielle Anpfiff ist um 21.00 Uhr; die Übertragungen beginnen zuvor (ab 19.30 Uhr bzw. 20.15 Uhr live in ORF1).
Historische Einordnung: Ein Elitekreis des Fußballs
Deschamps' Bilanz ist bemerkenswert: Als Spieler Weltmeister 1998, als Trainer bereits 2018 Sieger – und bei einem Erfolg in diesem Sommer stünde er in einer sehr exklusiven Reihe. Nur wenige Namen teilt er mit solchen Doppel-Erfolgen: Franz Beckenbauer und Mario Zagallo erreichten ebenfalls Gewinn sowohl als Spieler als auch als Trainer. Vittorio Pozzo bleibt der einzige Trainer, der die Weltmeisterschaft zweimal als verantwortlicher Coach für dasselbe Land gewann (1934 und 1938).
Ob Deschamps seine Karriere mit dem dritten Titel als Coach krönt, bleibt abzuwarten. In Frankreich kursiert zudem die Meldung, wonach Zinedine Zidane als sein Nachfolger gehandelt wird. Ob es dazu kommen wird, hängt ganz wesentlich vom Ausgang der verbleibenden Spiele ab.
Was auf dem Spiel steht
- Für Deschamps: Der mögliche Abschluss einer 14 Jahre andauernden Trainerära mit dem dritten WM-Titel.
- Für Frankreich: Bestätigung des Status als Topfavorit und Fortsetzung einer internationalen Dominanz.
- Für das Turnier: Ein Halbfinale gegen Spanien, das viele Beobachter bereits als vorgezogenes Finale ansehen.
Die Art und Weise, wie Deschamps seine Stars führt, wie er Nähe mit Autorität verbindet, bleibt ein zentrales Element seines Erfolgs. Seine Fähigkeit, hochdotierte Einzelspieler in ein stimmiges Ensemble zu gießen, hat Frankreich in diesen Tagen wieder an die Spitze gebracht.
Kurzstatistik
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| Alter Deschamps | 57 Jahre |
| Amtszeit als Nationaltrainer | seit 2012 (14 Jahre) |
| WM-Erfolge | Spieler 1998, Trainer 2018, mögliches dritter Titel 2026 |
Die kommenden Tage werden zeigen, ob Deschamps seine Erfolgsära mit einem weiteren goldenen Kapitel krönen kann. Klar ist: Selbst wenn am Ende der Rücktritt steht, hat der Mann, den man in Frankreich „General" nennt, den europäischen und weltweiten Fußball nachhaltig geprägt.