Der nordrhein-westfälische Landesverband des BUND hat angesichts der aktuellen Niedrigwasserlage am Rhein Zweifel an den bisherigen Wasserplanungen für die Befüllung der Tagebauseen geäußert. Der Fluss führe derzeit so wenig Wasser wie seit Jahrzehnten nicht mehr; Ende Juli meldeten unter anderem Köln und Düsseldorf historische Niedrigwasserstände. Parallel dazu sehen Planungen vor, dass der Rhein künftig große Mengen Wasser zur Kompensation der Bergbaufolgen im Rheinischen Revier liefern soll.
Forderung nach einem belastbaren Plan B
Der BUND fordert deshalb eine Überprüfung der wasserwirtschaftlichen Annahmen und einen Plan B, der auf vermehrte Trockenperioden Rücksicht nimmt. Die Organisation betont, dass die aktuelle Dürre als Weckruf zu verstehen sei und die bisherigen Bewertungen zur Verfügbarkeit von Rheinwasser für die Tagebau-Folgenbewirtschaftung infrage stellt. Ohne alternative Konzepte bestehe das Risiko, dass die ambitionierten Rekultivierungs- und Befüllungsziele nicht erreicht werden.
„Die aktuelle Dürre ist ein Weckruf.“
Die Sorge des BUND richtet sich nicht nur auf die technische Umsetzung der Befüllung, sondern auch auf die langfristigen wasserwirtschaftlichen Konsequenzen: Wenn im Sommer historisch niedrige Pegel auftreten, steht weniger Flusswasser für ökologische Ausgleichsmaßnahmen, industrielle Nutzung und Trinkwasserversorgung zur Verfügung.
Folgen und Handlungsoptionen
Aus Sicht der Umweltverbände und wasserwirtschaftlichen Planer ergeben sich mehrere Handlungsfelder:
- Prüfung der Planungsgrundlagen: Annahmen zur Verfügbarkeit von Rheinwasser für künftige Jahre überarbeiten.
- Entwicklung alternativer Befüllungsstrategien: Nutzung anderer Wasserquellen, Rückhalte- und Speicherkonzepte prüfen.
- Risikoabschätzung bei Trockenperioden: Priorisierung von Nutzungen und Schutzfunktionen bei Wasserknappheit.
Der BUND fordert, diese Optionen jetzt offen zu diskutieren und in verbindliche Planungen zu überführen, um spätere Zielverfehlungen und ökologische Belastungen zu vermeiden. Konkrete Zahlen zur geplanten Wassermenge oder festgeschriebene Termine für die Befüllung nennt die vorliegende Mitteilung nicht; die Kritik richtet sich primär auf die Verlässlichkeit der bisherigen wasserwirtschaftlichen Annahmen angesichts veränderter klimatischer Bedingungen.
Einordnung
Die Debatte zeigt, wie stark lokale Rekultivierungsprojekte von großflächigen hydrologischen Verhältnissen abhängig sind. Sinkende Flusspegel durch anhaltende Dürreperioden erschweren die Bewirtschaftung von Bergbaufolgelandschaften und zwingen Verantwortliche dazu, Planungen an die Realität eines sich verändernden Klimas anzupassen. Eine transparente Neubewertung der Ressourcenbasis dürfte auch für andere Regionen mit ähnlichen Projekten relevant sein.
| Ort | Relevanz in der Mitteilung |
|---|---|
| Rhein | Quelle, derzeit historisch niedrige Pegel |
| Rheinisches Revier | Geplante Befüllung von Tagebauseen |
| Köln, Düsseldorf | Meldung von historischen Niedrigwasserständen |