Der Betriebsrat des Sozialunternehmens pro mente Oberösterreich hat in einem offenen Leserbrief die jüngst bekannt gewordenen Einsparungen im Förderbereich des Arbeitsmarktservice (AMS) scharf kritisiert. Betroffen sei ein Volumen von 13,5 Millionen Euro, das für arbeitsmarktintegrative Angebote wegfällt. Die Betriebsratsvertretung befürchtet, dass die Kürzungen nachhaltigen Schaden an der regionalen Arbeitsmarktpolitik anrichten.
Konkrete Sorgen um Betroffene und Beschäftigte
In dem Schreiben, das am 22. Juli 2026 veröffentlicht wurde, betonen die Betriebsrätinnen und Betriebsräte, dass bei pro mente OÖ vor allem Menschen betreut werden, „die ohne gezielte Unterstützung kaum eine Chance auf Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt haben, etwa wegen psychischer Erkrankungen“. Die Folge der Einsparungen sei, dass Projekte eingestellt oder stark reduziert werden müssten und damit Integrationschancen verloren gingen. Gleichzeitig drohe der Verlust von Arbeitsplätzen bei jenen, die in den Maßnahmen tätig sind.
„13,5 Millionen Euro weniger Budget für arbeitsmarktintegrative Angebote.“
Warum die Kürzungen regional relevant sind
Die Kritik richtet sich nicht nur auf den unmittelbaren Wegfall finanzieller Mittel, sondern auf die langfristigen Effekte: Wenn Integrations- und Unterstützungsangebote sinken, steigt nach Einschätzung der Betriebsratsvertretung die Gefahr einer Verfestigung von Arbeitslosigkeit. Das wiederum könne zu höheren Sozialkosten und einem Mangel an zukünftigen Fachkräften führen — Entwicklungen, die auch die Unternehmen und Gemeinden im Bezirk Vöcklabruck betreffen.
- Betroffene Gruppen: Menschen mit psychischen Erkrankungen und sonstige schwer vermittelbare Arbeitsuchende.
- Direkte Folgen: Projekte werden reduziert oder eingestellt; Beschäftigte in Sozialbetrieben verlieren Arbeitsplätze.
- Regionale Bedeutung: Potenziell langfristiger Fachkräftemangel und höhere Kosten für Sozialsysteme.
Forderung: Kurskorrektur in der Arbeitsmarktpolitik
Die Verfasserinnen und Verfasser des Leserbriefs fordern eine Neuorientierung: In Krisenzeiten sei es sinnvoller zu investieren, um Menschen vor dauerhafter Arbeitslosigkeit zu bewahren, statt an der falschen Stelle zu sparen. Die Botschaft ist eindeutig: Jede Investition in arbeitsmarktpolitische Maßnahmen zahle sich langfristig aus. Diese Position unterstreicht die Bedeutung einer stabilen Förderlandschaft für Träger wie pro mente OÖ und für die regionale Wirtschaft.
| Datum | Quelle | Summe der Kürzung |
|---|---|---|
| 22. Juli 2026 | Leserbrief pro mente OÖ (MeinBezirk) | 13,5 Millionen Euro |
Für Menschen im Bezirk Vöcklabruck bedeutet das: Unterstützungsangebote für jene mit erhöhtem Vermittlungsbedarf könnten knapper werden. Betroffene und Arbeitgeber sollten die lokale Beratungsstruktur beobachten und gegebenenfalls frühzeitig Kontakt zu Trägern und AMS-Beratung suchen, um individuelle Lösungen zu klären.