Entscheidung mit regionaler Tragweite
Der Vorstand der Lenzing AG hat mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen, das Textilgeschäft neu auszurichten und den Konzernfokus auf Vliesstoffe zu verstärken. Als unmittelbare Folge plant Lenzing, die Produktion an den Faserstandorten Heiligenkreuz (Österreich) bis Ende 2026 sowie in Grimsby (Vereinigtes Königreich) bis Ende 2027 zu schließen.
Was die Unternehmensmitteilung konkret nennt
Aus der Unternehmensankündigung geht hervor, dass die Herstellung von Spezialfasern auf die Kernproduktionsstandorte der Gruppe verlagert werden soll. In Verbindung mit den Schließungen erwartet die Lenzing AG im Jahr 2026 eine Wertminderung auf langfristige Vermögenswerte von bis zu 150 Millionen Euro. Diese Abschreibungen werden das Konzern-EBIT sowie das Konzernergebnis im laufenden Jahr belasten.
"Die Lenzing AG möchte ihr Vliesstoffgeschäft bis 2030 ausbauen."
Mittelfristig rechnet der Konzern durch die Maßnahmen mit einer Steigerung des EBITDA um 150 Millionen Euro sowie einer EBITDA-Marge von 20 bis 25 Prozent. Zudem soll der Verschuldungsgrad auf unter 2,5x gesenkt werden.
Finanzierung und Aktionärsbeteiligung
Ende August ist eine außerordentliche Hauptversammlung vorgesehen, in der ein Finanzierungspaket vorgestellt werden soll, das dem Konzern zusätzlich 600 Millionen Euro Kapital zuführen würde. Laut Mitteilung haben die Hauptaktionäre – die B&C Gruppe, Suzano sowie die Oberbank AG – bereits ihre Beteiligung an diesem Paket zugesagt.
Konkrete regionale Folgen
Für die Gemeinden im Bezirk Vöcklabruck sind solche Entscheidungen relevant, weil Lenzing als großer Industriearbeitgeber Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Zulieferstrukturen prägt. Die Ankündigung der Stilllegung eines Standortes bedeutet in der Regel organisatorische Übergangsprozesse, personelle Umstrukturierungen und mögliche Gespräche mit Arbeitnehmervertretungen. Aus dem vorliegenden Text gehen keine konkreten Zahlen zu betroffenen Beschäftigten an Heiligenkreuz hervor; entsprechende Informationen dürften in weiteren Konzernmitteilungen oder Gesprächen mit Betriebsräten folgen.
- Die Schließung Heiligenkreuz: geplant bis Ende 2026.
- Wertminderung: bis zu 150 Mio. Euro im Jahr 2026.
- Geplantes Kapitalpaket: 600 Mio. Euro, vorgestellt bei einer außerordentlichen HV Ende August.
Ausblick
Die Umorientierung auf Vliesstoffe bis 2030 signalisiert eine strategische Neuausrichtung des Konzerns. Für die Region bleibt zu beobachten, wie Lenzing die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen an den betroffenen Standorten begleitet und welche Unterstützungsmaßnahmen – etwa Umschulungen oder regionale Kooperationen – angeboten werden. Klar ist bereits, dass die kurzfristigen Effekte auf das Konzernergebnis spürbar sein werden, während das Management mittelfristig eine Stabilisierung und Profitabilitätsverbesserung anstrebt.
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| Schließung Heiligenkreuz | bis Ende 2026 |
| Wertminderung | bis zu 150 Mio. Euro (2026) |
| Geplantes Kapital | 600 Mio. Euro (HV Ende August) |