Höhere Risiken für Betriebe und Versorgungssicherheit
Der Deutsche Bauernverband fordert in der aktuellen Lage rasches politisches Handeln: Angesichts von Dürre, Hitzewellen und voraussichtlich unterdurchschnittlichen Erträgen benötigten landwirtschaftliche Betriebe einen größeren und schneller einsetzbaren Instrumentenkasten, um sich an den Klimawandel anzupassen, erklärte Generalsekretärin Stefanie Sabet im Rundfunkinterview.
Die Debatte geht über kurzfristige Liquiditätshilfen hinaus. Gefordert werden Maßnahmen, die Ertragsschwankungen abmildern, Innovationsprozesse in der Pflanzenzüchtung fördern und den Umgang mit Wasser in Landschaften stärken. Außerdem steht das Risikomanagement im Mittelpunkt, damit Betriebe nicht so stark unter Liquiditätsdruck geraten.
„...unerklärlich, warum die Bundesregierung in der aktuell schwierigen Lage 'untätig' bleibe.“
Konkrete Vorschläge und Streitpunkte
Als konkrete Maßnahme schlägt der Bauernverband vor, ein bestehendes EU-Hilfsprogramm zur Düngemittelversorgung mit nationalen Mitteln aufzustocken — ein Vorgehen, das in anderen Mitgliedstaaten bereits praktiziert wird. Parallel kritisiert die Verbraucherorganisation Foodwatch die Ausrichtung: Sie forderte, die Landwirtschaft «zukunftssicher» umzubauen und weniger auf Nutztierhaltung, Kunstdünger und Pestizide zu setzen. Foodwatch warnte zudem vor steigenden Lebensmittelpreisen infolge der höheren Temperaturen.
- Forderung: Mehr und schnellere staatliche Hilfen für Landwirtschaft
- Instrumente: Innovation in Züchtungen, Stärkung des Landschaftswasserhaushalts, verbessertes Risikomanagement
- Konkreter Vorschlag: Aufstockung eines EU-Hilfsprogramms zur Düngemittelversorgung mit nationalen Mitteln
Auswirkungen für Betriebe und Verbraucher
Für landwirtschaftliche Betriebe bedeutet die aktuelle Situation verstärkte Existenzgefahr in einzelnen Betriebszweigen: Sinkende Erträge führen zu Einnahmeverlusten, während Fixkosten bestehen bleiben. Ohne gezielte Hilfen steigt das Risiko von Betriebsschließungen oder Strukturveränderungen, die mittel- bis langfristig regionale Versorgungsketten beeinflussen können.
Für Verbraucherinnen und Verbraucher könnte sich der Druck auf die Preise verstärken. Die Klimaforschung zeige bereits länger, dass steigende Temperaturen und witterungsbedingte Ertragsausfälle Preiserhöhungen begünstigen können, so die Kritik von Foodwatch.
Übersicht: Forderungen und Begründungen
| Forderung | Begründung |
|---|---|
| Mehr Flexibilität und schnellere Hilfen | Akute Belastungen durch Dürre und Hitze, angespannten Ertragslage |
| Innovationen in Züchtung | Bessere Anpassung an veränderte Klimabedingungen |
| Stärkung des Landschaftswasserhaushalts | Verbesserung der Wasserspeicherung und Resilienz |
| Aufstockung von EU-Hilfsprogrammen national | Sicherung der Düngemittelversorgung; Praxisbeispiele aus anderen EU-Ländern |
Die Debatte bleibt politisch heikel: Während der Bauernverband schnelle finanzielle und strukturelle Unterstützung fordert, warnt Foodwatch vor der Wiederholung von Subventionsströmen in ein agrarisches System, das nach Ansicht der Organisation umgebaut werden müsse. Die Bundesregierung steht damit vor der Herausforderung, kurzfristige Entlastungen mit langfristiger Transformationspolitik zu verknüpfen.