Die Umweltorganisation Greenpeace hat bei Untersuchungen von Freizeiteinrichtungen und Ausflugszielen im Burgenland deutlich erhöhte Asbestgehalte festgestellt. Betroffen seien demnach Wanderwege, Parkplätze und Innenhöfe vor allem rund um historische Anlagen wie Burg Schlaining und Burg Lockenhaus, teilte die Organisation mit. Laut den vorliegenden Laborbefunden wiesen die untersuchten Schotterflächen Asbestkonzentrationen von bis zu 50 Prozent auf.
Gefahrspotenzial und Forderungen
Greenpeace warnt, dass Asbest in offenem Schotter insbesondere bei Trockenheit ein hohes Schadstoffpotenzial besitzt: Bereits geringe Anteile könnten krebserregende Fasern freisetzen, die sich über Schuhe oder Fahrzeuginnenräume verschleppen lassen. Vor diesem Hintergrund fordert die Organisation eine zügige Sanierung der betroffenen Flächen und die Bereitstellung von Mitteln aus dem Katastrophenfonds.
"Greenpeace fordert die dauerhafte Schließung der Asbest-Steinbrüche sowie deren Umwandlung in Asbestdeponien. Außerdem muss Kanzler Christian Stocker (ÖVP) rasch Hilfsgelder aus dem Katastrophenfonds für die Betroffenen des Asbest-Skandals bereitstellen"
Reaktion der Behörden
Die vom Land Burgenland eingerichtete Taskforce wies in ihrer Stellungnahme darauf hin, dass aus den von Greenpeace durchgeführten Untersuchungen nach Auffassung der Behörde keine unmittelbare Gesundheitsgefährdung abgeleitet werden könne. Konkrete Details zur Folgeabschätzung oder zu geplanten Maßnahmen nannte die Taskforce in der Mitteilung nicht näher.
Kontext und Folgen
Die Funde treffen touristisch genutzte Flächen und damit öffentliche Orte, die von Einheimischen wie Gästen frequentiert werden. Sollte sich die Asbestbelastung bestätigen und eine Freisetzung von Fasern nicht ausgeschlossen werden können, wären kurzfristige Schutzmaßnahmen wie Sperren, Abdeckung oder Staubbindung denkbar; langfristig stünden Sanierung und Entsorgung der belasteten Schotterflächen auf der Agenda. Finanzielle Verantwortung und schnelle Mittelbereitstellung sind dabei strittige Punkte zwischen Umweltorganisationen und Behörden.
Für die Praxis bedeutet dies konkret:
- Überprüfungen und flächenspezifische Messungen durch unabhängige Labore,
- sofortige Vorsichtsmaßnahmen bei hoher Staubentwicklung,
- geplante Sanierungsmaßnahmen finanziert aus öffentlichen Mitteln, falls weitere Messungen die Befunde bestätigen.
| Betroffene Orte (laut Greenpeace) | Gemeldete Funde |
|---|---|
| Burgparkplatz und Innenhöfe der Burg Schlaining | Asbest in Schotterflächen |
| Parkplatz und Innenhof der Burg Lockenhaus; Burgseeparkplatz | Asbest in Schotterflächen |
| Aussichtswarte Geschriebenstein (Schotterfläche) | Asbest in Schotterfläche |
Die Debatte um Verantwortlichkeit, Umfang der Sanierungen und Finanzierung wird nun sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene geführt werden müssen. Umwelt- und Gesundheitsschutzorganisationen fordern zügiges Handeln; die Behörden betonen die rechtliche Bewertungsgrundlage und die Notwendigkeit weiterer Prüfungen.