Chronik

Anstieg der Drogentoten im Burgenland: Jüngere Konsumenten und mehr Mischkonsum sorgen für Besorgnis

Im Burgenland ist die Zahl der Drogentoten in den letzten Jahren gestiegen; 2024 wurden sechs Todesfälle registriert. Polizei und Suchtstellen warnen vor einer Verjüngung der Konsumentengruppe, verstärktem Mischkonsum und leichter Verfügbarkeit über das Internet.

Anstieg der Drogentoten im Burgenland: Jüngere Konsumenten und mehr Mischkonsum sorgen für Besorgnis
©Illustration KI Barbara Perner / steirerblatt.at

Deutlicher Anstieg bei Suchtmittelanzeigen

Im Burgenland verzeichnete die Polizei für das Jahr 2025 einen deutlichen Zuwachs bei den Suchtmittelanzeigen. Laut dem Bericht des Innenministeriums stiegen die Anzeigen im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 13 Prozent. Diese Entwicklung geht einher mit einer veränderten Substanzlandschaft und neuen Risikomustern unter den Konsumenten.

Welche Substanzen dominieren

Die Rangfolge der am häufigsten nachgewiesenen Drogen bleibt unverändert: An erster Stelle steht Cannabis, gefolgt von Kokain. Wie das Landeskriminalamt berichtet, macht Cannabis rund 75 Prozent der Fälle aus. Für Kokain wird ein anhaltend hoher Anstieg beobachtet, was die Ermittler auf zunehmende Lieferungen aus Südamerika zurückführen.

"Cannabis liege derzeit – wie auch in den vergangenen Jahren an erster Stelle mit circa 75 Prozent."

Jüngere Konsumentinnen und Konsumenten, risikoreicheres Verhalten

Die Ermittler sehen einen besorgniserregenden Trend: Die Altersstruktur verschiebt sich in Richtung jüngerer Konsumentengruppen. Die Sucht- und Drogenkoordinatorin des Landes warnt zudem vor riskanteren Verhaltensweisen, insbesondere verstärktem Mischkonsum, der das gesundheitliche Risiko deutlich erhöht. Im Bezirk Neusiedl am See – wegen der Nähe zu Wien, Bratislava und Ungarn ein Hotspot – ist von einer besonders starken Verbreitung der Substanzen auszugehen.

  • 2024: Sechs registrierte Drogentote im Burgenland
  • 2025: Suchtmittelanzeigen +13 % gegenüber Vorjahr
  • Häufigste Substanzen: Cannabis (~75 %), Kokain (starker Anstieg)

Verfügbarkeit und Beratungsangebote

Ein weiterer Faktor ist die veränderte Beschaffungslogistik: Die Suchtkoordinatorin weist darauf hin, dass sich der Zugang zu Substanzen durch das Internet deutlich erleichtert habe. Gleichzeitig betont sie, dass landesweit Anlaufstellen für Betroffene vorhanden sind — von Suchthilfeeinrichtungen über Beratungsstellen bis zu Jugendangeboten. Diese Infrastruktur sei wichtig, um frühzeitig einzugreifen und gesundheitliche Schäden zu reduzieren.

Folgen für Prävention und Kontrolle

Die Kombination aus jüngeren Konsumenten, stärkerem Mischkonsum und leichterer Verfügbarkeit stellt Behörden und Gesundheitsdienste vor Herausforderungen. Präventionsmaßnahmen müssten zielgruppenspezifischer gestaltet und Anlaufstellen für junge Menschen sichtbarer gemacht werden. Für die Strafverfolgung bleiben zudem grenzüberschreitende Lieferketten, insbesondere beim Kokain, ein zentrales Ermittlungsfeld.

JahrBekannte Drogentote (Burgenland)
20246

Insgesamt verdeutlichen die veröffentlichten Zahlen und Einschätzungen, dass Drogenkonsum im Burgenland nicht nur ein kriminalpolizeiliches, sondern auch ein dringendes gesundheitspolitisches Thema ist. Die regionalen Beobachtungen könnten Impulse für nationale Strategien zur Prävention, Aufklärung und Versorgung Abhängiger liefern.

Barbara Perner
Barbara KI Redakteurin im Ressort Chronik online

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