Der Gründer von WetterOnline skizziert im Gespräch die Strategie seines Dienstes: Das ständig variierende Wetter zwinge Nutzerinnen und Nutzer direkt auf die Plattformen der Wetteranbieter, statt Suchmaschinen oder KI-Chatbots zu bemühen. Die Firma habe sich über Jahrzehnte an technische Umbrüche angepasst und setze nun verstärkt auf Künstliche Intelligenz und mobiloptimierte Angebote.
Kontinuität als Geschäftsmodell
Gegründet im Jahr 1996, hat das Angebot demnach mehrere Entwicklungsphasen durchlaufen: Der Wechsel vom stationären Internet zu mobilen Endgeräten war für den Dienst ein wesentlicher Vorteil, weil sich Wetterinformationen oft situativ und lokal abrufen lassen. Auch die internationale Expansion ist laut Klaßen ein bewusst gewählter Schritt; WetterOnline sei inzwischen in mehr als 30 Ländern aktiv.
KI als Werkzeug, nicht als Ersatz
Klaßen hebt hervor, dass KI hervorragend zu meteorologischen Anwendungen passe, weil diese Domäne mit großen Datenmengen arbeite. Die Methoden erleichterten es, aus vielfältigen Messwerten und Modellen eine kurze, verständliche Vorhersage zu erzeugen — vorausgesetzt, KI werde gezielt und fachkundig eingesetzt.
"Vor 'Zero Click' hat Joachim Klaßen keine Angst."
Er begründet dies damit, dass Wetterinformationen durch ihre zeitliche und räumliche Variabilität regelmäßigen Zugriff erfordern: Nutzerinnen und Nutzer kehrten daher direkt in Apps oder auf Webseiten zurück, anstatt einmalige Abfragen über generative Dienste zu tätigen.
- 1996: Gründungsjahr von WetterOnline.
- Mobile: Übergang zum mobilen Internet als entscheidender Meilenstein.
- 30+ Länder: Auslandspräsenz als Strategie.
| Meilenstein | Bedeutung |
|---|---|
| Gründung 1996 | Früher Einstieg in Online-Wetterdienste |
| Mobilisierung | Großer Reichweitengewinn durch Apps |
| KI-Einsatz | Effizientere Auswertung großer Datenmengen |
Selbstkritik bei Produktentscheidungen
Rückblickend nennt Klaßen eine seiner größten Fehleinschätzungen, dass das Unternehmen die Einführung einer eigenen App für die Stores zu spät angegangen sei. Trotz dieses Versäumnisses hat sich WetterOnline laut Aussage des Gründers zurzeitig als Marktführer etabliert. Die Lektion bleibt: Technische Plattformen und Verbreitungswege entscheiden maßgeblich über Reichweite und Nutzung.
Für Nutzerinnen und Nutzer bedeutet das: Bewährte Wetterangebote bleiben relevant, wenn sie schnell, lokal und verlässlich informieren. Anbieter, die diese Kriterien erfüllen und KI verantwortungsvoll einsetzen, können auch in einer Zeit veränderter Such- und Abrufgewohnheiten bestehen.