Ein Schwimmbecken vor dem Theater als erster Akt
Die Berliner Volksbühne an der Spree beginnt die neue Ära unter Intendant Matthias Lilienthal nicht mit einem Stück, sondern mit Wasser: Vor dem Gebäude in Berlin-Mitte wurde ein temporäres Schwimmbecken errichtet, das in den kommenden Wochen für Besucherinnen und Besucher zugänglich ist. Das Projekt markiert den Auftakt der Leitung Lilienthals und füllt die Zeit, in der die Bühnentechnik des Hauses noch saniert wird.
Politische Geste und kulturelles Angebot
Das Freibadprojekt versteht sich nicht nur als ungewöhnliche Publikumsofferte, sondern auch als Zeichen: Lilienthal macht damit auf den Zustand der städtischen Infrastruktur aufmerksam. Begleitet wird die Schwimmsaison von Kursen und Einführungen, etwa zum Brust- und Kraulschwimmen sowie in Synchronschwimmen, wodurch das Angebot sowohl sportliche als auch performative Aspekte vereint.
„Volksbad“
Die Teilnahme ist über kostenlose Zeitfenstertickets möglich, die online gebucht werden können; so soll der Betrieb geordnet und zugänglich bleiben. Mit diesem temporären Pool bleibt die Volksbühne während der Sommermonate präsent, obwohl die reguläre Spielzeit im Theatergebäude erst am 1. Oktober beginnt.
Organisation, Dauer und praktische Daten
Der Pool steht für einen klar begrenzten Zeitraum zur Verfügung und gliedert sich in ein öffentliches Vermittlungs- und Erlebnisangebot. Die Aktion läuft über insgesamt acht Wochen – ein zeitlich eng gefasstes Experiment zwischen Theaterbetrieb, Stadtraum und öffentlichem Schwimmen.
- Ort: Vor der Volksbühne, Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin-Mitte
- Eröffnung: heute, 12.30 Uhr
- Laufzeit: etwa acht Wochen; reguläre Spielzeit im Haus startet am 1. Oktober
| Datum / Zeit | Angabe |
|---|---|
| Eröffnungszeit | 12.30 Uhr |
| Spielzeitbeginn im Theater | 1. Oktober |
| Projektlaufzeit | 8 Wochen |
Die Aktion gewinnt besondere Bedeutung, weil sie eine prominente Kulturinstitution in die öffentlich zugängliche Stadtkultur einbindet: Statt hinter dicken Türen und technischem Gerät beginnt die Intendanz mit einem Angebot im offenen Raum. Dies lässt sich als Aufforderung verstehen, Kultur neu zu denken – zugänglich, partizipativ und auch als Kommentar zu den fehlenden oder maroden städtischen Infrastrukturen, die Lilienthal ausdrücklich thematisiert.
Ob das „Volksbad“ nur ein temporäres Bild bleibt oder längerfristig als Vorbild für Ausweich- und Vermittlungsformate dient, wird die Reaktion des Publikums und die Resonanz in der Stadt zeigen. Bislang schafft die Volksbühne so einen ungewöhnlichen Treffpunkt zwischen Badevergnügen, Sport und Theater, der die Hauptstadtöffentlichkeit mitten in den Sommer hinein neu adressiert.